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Bahnchef an der Saar ohne Angabe von Gründen abgelöst

Saarbrücken. Diese Personalie sorgt für viel Aufsehen bei der Deutschen Bahn und in der Landespolitik an der Saar. Überraschend und ohne Angabe von Gründen löst Vorstandschef Rüdiger Grube den langjährigen Konzernbevollmächtigten für das Saarland sowie Rheinland-Pfalz, Udo Wagner, zum Jahresende ab. Grube informierte gestern seine Führungskräfte.

Gleichzeitig präsentierte er schon einen Nachfolger: Jürgen Konz, zuletzt Geschäftsführer „Produktion“ bei der S-Bahn Berlin. Sitz des Konzernbevollmächtigten soll Saarbrücken bleiben. Für Wagner wird der Wechsel besonders bitter. Er wird in der Führungsriege zurückgestuft und soll sich nur noch als Vorsitzender der Regionalleitung Südwest im Geschäftsbereich der DB Regio um den Nahverkehr kümmern. Dabei wird er an seinen neuen Chef berichten müssen und auch in Führungskräfte- Sitzungen anwesend sein. Wenn diese Konstellation so eintritt. Denn ob Wagner, der über viele Jahre hinweg Ansprechpartner aller Entscheider an der Saar war, von der Ministerpräsidentin bis hin zu den Präsidenten der Kammern, dies so akzeptiert, ist offen. Wagner wurde gestern Vormittag von Grube persönlich informiert. Die Bahn hüllt sich zu den Gründen der Ablösung in Schweigen.

Eine Stellungnahme war nicht zu erhalten. Wagner setzte sich hartnäckig für die Realisierung der Hochgeschwindigkeitsverbindung Frankfurt-Saarbrücken- Paris ein sowie für die Stärkung dieser Verbindung durch weitere Zugpaare. Außerdem kämpfte Wagner gegen eine Verringerung der Zahl an IC- und ECFernzügen ab Saarbrücken.

Die Einrichtung eines Taktfahrplans im Nahverkehr fällt ebenso in seine Amtszeit wie Verbesserungen im Verkehrsverbund. Zuletzt wollte sich Wagner mit französischen Kollegen um einen grenzüberschreitenden Taktfahrplan zwischen den Stationen Saarlouis beziehungsweise Homburg nach Metz kümmern. Ralf Damde, Chef der Eisenbahnergewerkschaft an der Saar, erklärte auf Anfrage: „Der neue Konzernbevollmächtigte zieht sich nach den Leistungen von Udo Wagner zu Gunsten der Region und der Bahn-Mitarbeiter sehr große Schuhe an.“ Auch Damde wusste nicht, warum Wagner abgelöst wird.

Ganz unbekannt ist „der Neue“ im Saarland nicht. Von Juli 1995 bis Ende 2001 war Konz Hauptabteilungsleiter Fertigung bei den Industriewerken Saar, bevor er eine technische Laufbahn in mehreren Führungsfunktionen der Bahn startete. Er galt als Hoffnungsträger des Bahnvorstandes, als es 2009 bei der Berliner S-Bahn darum ging, ein Chaos nach technischen Problemen und internen Verstößen gegen Vorschriften in den Werkstätten zu beseitigen. Konz sagt von sich, besonderes Interesse am Organisieren, an Personalentwicklung und Menschenführung zu haben.

Für Bahnchef Grube endete der gestrige Tag versöhnlich. Er selbst darf wohl bis Ende 2017 bleiben. Der Aufsichtsrat plant nach Informationen aus Kreisen des Kontrollgremiums die Verlängerung seines Vertrags. Die Entscheidung fällt in der Aufsichtsratssitzung am 12. Dezember.

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