L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Bald alle Schalter am Saarbrücker Bahnhof dicht?

Von SZ-Redakteur Lothar Warscheid

Saarbrücken. In den Reisezentren der Deutschen Bahn (DB) soll kräftig der Rotstift angesetzt werden. „Nach den bisher bekannten Plänen der DB Vertrieb sollen bis Ende 2016 bundesweit 700 von 2400 Arbeitsplätzen in den 400 Reisezentren abgebaut werden“, befürchtet Ralf Damde, zweiter Bevollmächtigter der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) in Saarbrücken.

 Die EVG will dagegen protestieren. An diesem Freitag, 7. Oktober, finden in allen Reisezentren Betriebsversammlungen statt, so dass die Zentren an diesem Tag geschlossen sind. Das trifft auch für das Reisezentrum am Saarbrücker Eurobahnhof zu. Dort findet morgen früh eine Demonstrations- und Informationsveranstaltung der EVG statt. „Wir wollen den Reisenden erläutern, was es bedeutet, wenn sie keine Tickets mehr am Schalter kaufen können oder keine Informationen darüber erhalten, was für sie der beste Tarif oder die günstigste Verbindung ist“.

Die DB Vertrieb begründet laut Gewerkschaft die Personal-Einsparung damit, dass immer mehr Bahn-Passagiere ihre Tickets an den Automaten ober über das Internet kaufen. Künftig soll das Bezahlen einer Bahnreise auch über das Handy möglich sein. Am Abreise-Bahnhof hält man sein Mobiltelefon an einen so genannten Touchpoint – und dies ebenso am Zielbahnhof. Der Betrag wird vom Konto abgebucht. Zurzeit wird dieses Verfahren in Berlin und im Rhein-Main-Verkehrsverbund getestet. Die Handys benötigen dazu einen so genannten NFC-Chip. Ab 2012 soll eine größere Zahl von Telefonen mit diesen Chips ausgestattet werden.

„Viele Leute – vor allem ältere – kommen schon heute mit dem elektronischen Kartenkauf über das Internet oder den Automaten nicht zurecht“, hält Damde dagegen. In Saarbrücken käme hinzu, „dass wir ein Grenzbahnhof sind“. Dort seien wesentlich mehr Ausländer unterwegs als in anderen Innenstadt-Bahnhöfen. „Diese Menschen sind auf die kompetenten Informationen der Mitarbeiter in den Reisezentren angewiesen“, macht der EVG-Gewerkschafter deutlich.

Am Eurobahn soll die Zahl der Stellen von 12,5 auf zehn gesenkt werden. „Damit fällt eine Schicht weg. Die Öffnungszeiten werden also kürzer“, befürchtet EVG-Mann Damde. Derzeit ist das Saarbrücker Reisezentrum an Werktagen von 6.30 bis 19 Uhr, samstags von 8.30 bis 16 Uhr und sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
Da das Saarbrücker Personal auch die Mitarbeiter der Verkaufs-Außenstellen an anderen regionalen Bahnhöfen in Saarlouis oder Neunkirchen bei Krankheit und Urlaub vertritt, „hat die Stellenstreichung Auswirkungen für das ganze Land“. Bei diesen Außenstellen drohe die Schließung – wie dies bereits an den Bahnhöfen in Völklingen, Ottweiler, Dillingen und St. Ingbert geschehen sei, verdeutlicht Ralf Damde.

Die Bahn äußert sich nicht zu den Sparplänen in den Reiszentren. Sie empfiehlt den Fahrgästen lediglich, sich schon heute Tickets zu besorgen. Infos und Fahrkarten seien auch über die kostenfreie Service-Nummer 0.80.00-99.66.33 (Donnerstag und Freitag ganztägig geschaltet), über Automaten und das Internet erhältlich. „Alternativ können Fahrkarten an den beiden Tagen aus Kulanzgründen auch direkt an Bord der Fernverkehrszüge (ICE, Intercity, Eurocity) zum Normalpreis gekauft werden“, so die Bahn.
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