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„Bald gibt's nix mehr im Saarland!“

Das Nauwieser Fest zieht auch viele Nicht-Saarbrücker im Sommer in die Landeshauptstadt. Ab diesem Jahr soll Schluss sein. Foto: Becker&Bredel</p>

Das Nauwieser Fest zieht auch viele Nicht-Saarbrücker im Sommer in die Landeshauptstadt. Ab diesem Jahr soll Schluss sein. Foto: Becker&Bredel

„Was soll die Scheiße?“ So derb bringt es Facebook-Nutzer De Manu auf den Punkt. Die meisten Leser, die Anfang dieser Woche über das Soziale Netzwerk Facebook vom Aus des Nauwieser Viertelfests erfuhren, waren empört, traurig, voller Unverständnis. „Seitdem ich mich erinnern kann, findet dieses Fest statt. Dass es nun nicht mehr stattfinden wird, ist ein Armutszeugnis für die Stadt Saarbrücken“, schreibt De Manu weiter. So wie er können auch viele der mehr als hundert Kommentatoren nicht nachvollziehen, dass die Stadtverwaltung das Projekt nicht finanziell unterstützt. „Für etlichen Firlefanz würden zig Millionen verplempert“, schreibt Torsten Gnal.

Seit Montag hat die Saarbrücker Zeitung drei Berichte zu diesem Thema auf Facebook veröffentlicht. Den ersten haben die Nutzer 173 Mal geteilt. Auf ihn reagiert haben 447 Mitglieder der Plattform. Im Falle des aktuellsten Beitrags wächst die Zahl der Reaktionen stündlich.

„Einfach nur traurig!“, findet Sven Mayer. „Positive Dinge, auf die man sich freut, werden gestrichen!“ Nutzer Christian Maag regt an, zur Rettung des Fests „wie auf vielen Festen in Baden-Württemberg“ Eintritt zu verlangen. Mit diesem Vorschlag ist er im Netz nicht alleine. Gleich im zweiten Satz zweifelt Maag allerdings an, dass dies funktionieren würde. Wären die Saarbrücker zu geizig? Ein Vorwurf, der ebenfalls durch die Kommentarzeilen geistert.

Auch Natalie Petter ist wütend: „Bald gibt's nix mehr im Saarland! Kein Wunder, dass immer mehr Leute wegziehen! Echt arm!“

Die Erinnerungen an den Sommer 2016 sind noch frisch, an das letzte gemeinsame Bier auf dem Nauwieser Fest. Dass es auch das letzte Fest sein würde, damit hat bei weitem nicht jeder gerechnet. Das Kommentarfeld füllt sich mit getaggten (markierten) Namen von Freunden und Bekannten. Einige von ihnen stellen einen traurigen Smiley dahinter. Maurizio Luca Casco postet den Hashtag „#savedeviertelfeschd“. Es gibt auch Kommentatoren, die die Angst vor Terror thematisieren. Die Veranstalter hatten im SZ-Bericht das Sicherheitsrisiko als einen der Gründe für ihren Rückzug genannt. Dafür „bedankt“ sich Nutzer Sebastian Haag bei Bundeskanzlerin Angela Merkel. Kai Hemingway postet ein sarkastisches „Refugees Welcome“. Joachim Reinig prophezeit Düsteres: „Es wird nicht das letzte Fest sein, das wegen der Sicherheitslage wegfällt.“

Einige wenige Facebook-Nutzer gaben an, nicht sonderlich über das Aus überrascht zu sein. Der ein oder andere Anwohner ist gar erleichtert. Weniger Müll, weniger Lärm! Susanne Bur spielt mit ihrem Kommentar darauf an, dass sich das Fest mit den Jahren zum Negativen verändert habe: „Gut, dass es vorbei ist. War schon lange nicht mehr das Fest der Nauwieser.“ Anderer Meinung ist der Nutzer SiSenior: „Traurig. Das Saarland verliert sein bestes Fest!“

In den beiden darauffolgenden Tagen gab es noch etliche weitere Reaktionen, auch auf die Stellungnahmen der Fraktionen im Stadtrat. Diese hatten sich in Mitteilungen an die SZ bestürzt über das Ende des Viertelfests geäußert und teilweise eine Beteiligung der Stadt an den Kosten gefordert. Für letzteres hätte Horst Lang kein Verständnis: „Saarbrücken hat kein Geld. Wenn genug Sponsoren gefunden werden, ok.“ Aber nicht „auf Kosten des Steuerzahlers“! Ähnlich sieht das Normann Eichert. Er fragt sich: „Wie kann man denn die Rettung eines Festes fordern? Das ist nicht Sache der Politik.“ Einige Kommentatoren sind da ganz anderer Meinung. So hätte sich Rosi Rosar-Weis schon viel früher ein Eingreifen der Politik gewünscht. „Erst wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, wacht die Politik auf“, schreibt die Saarbrückerin. Peppi Hallmannsegger findet, dass die Stadt „für alle Sicherheitsmehrkosten aufkommen“ müsste. Andere bezeichnen die Stadtrat-Politiker einfach nur als „Heuchler“. Chris Kruse fragt: „Ist schon Wahlkampf?“

Dass es zum Thema Nauwieser Fest nun einen fraktionsübergreifenden Schulterschluss zu geben scheint, kommentiert Carsten Müller folgendermaßen: „Wenn's ums Fresse und Saufe (und Wählerstimmenfange) geht, sinn se sich all äähnlisch.“

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