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Bald kein Vereins-Training mehr im Calypso?

Ab dem kommenden Jahr will die Stadt den 300 000-Euro- Zuschuss fürs Calypso streichen. Dann müssen die Vereine sich umschauen.

Ab dem kommenden Jahr will die Stadt den 300 000-Euro- Zuschuss fürs Calypso streichen. Dann müssen die Vereine sich umschauen.

Saarbrücken. Not macht erfinderisch, heißt es. Wenn dem so ist, müsste der Erfindergeist im Saarbrücker Rathaus besonders ausgeprägt sein. Die Stadt ist mit über einer Milliarde Euro verschuldet. Aus dieser Not heraus hat der Saarbrücker Sportdezernent Harald Schindel (Linke) zwar nichts Neues erfunden, aber doch etwas, das andernorts bereits funktioniert, als Idee ins Gespräch gebracht: Eines der drei städtischen Hallen- beziehungsweise Kombibäder könnte zu einem „Vereinsbad“ werden, einem Bad, das von den Schwimmvereinen selbst verwaltet wird.

Ausgelöst wurden diese Überlegungen dadurch, dass das Calypso-Bad im Deutschmühlental den Vereinen voraussichtlich nur noch bis Ende dieses Jahres zum Trainieren zur Verfügung steht. Das sogenannte Spaßbad gehört zwar einer städtischen Tochtergesellschaft, ist allerdings an die in der Nähe von München ansässige „Gesellschaft für Entwicklung und Management von Freizeitsystemen mbh & Co. KG“ verpachtet. Dafür, dass Vereine die Sportbecken im Calypso nutzen dürfen, habe die Stadt bisher rund 300 000 Euro im Jahr ans Calypso gezahlt, sagt Schindel. Wegen der Sparauflagen, die die Kommunalaufsicht des Landes der Stadt macht, stehe dieses Geld nicht mehr zur Verfügung – es sei denn, das Geld werde bei den städtischen Bädern gespart.

Er spare aber lieber beim privatwirtschaftlich betriebenen Bad, als bei denen der Stadt, sagt der Sportdezernent. Das heißt: Zusammen mit den Vereinen müsse nun überlegt werden, wer wann wo trainieren kann. Auch Schulklassen, die im Calypso schwimmen, müssen wohl auf die Bäder in Altenkessel, Fechingen und Dudweiler verteilt werden. Ein Bad zum Vereinsbad zu machen, sei in dieser Diskussion nur ein Vorschlag. In Duisburg funktioniere dieses Modell.

Dort gebe es aber auch –anders als in Saarbrücken – einen städtischen Schwimmbund, der die Trainingszeiten im Bad für alle Vereine koordiniert. In Saarbrücken kümmert sich die Stadtverwaltung bisher darum. Wenn es gewünscht werde, werde das weiter so gehandhabt. „Ich bin offen für sehr viele Möglichkeiten. Klar ist: Wir werden keine Lösung ohne die Vereine machen“, versichert Schindel. Aber eine ohne den Stadtrat? Zumindest die FDP-Stadtratsfraktion zeigte sich gestern „empört über mangelhafte Information bezüglich des Vereinsschwimmens“.

Der Dezernent habe die Parteien nicht über „alle wichtigen Schritte zeitnah und gründlich“ in Kenntnis gesetzt. Im Januar habe er den Stadtrat darüber informiert, dass er im Sommer Gespräche mit den Schwimmvereinen führen werde, sagt Schindel. Genau das, was er dem Rat gesagt hat, tue er nun auch. Ein erstes Gespräch gab es vergangene Woche, weitere sollen folgen.

In den Gesprächen geht es auch um die Gebühren, die die Vereine an die Stadt für die Nutzung der Hallen zahlen. 2,15 Euro pro Bahn und pro Stunde zahlen die Vereine zurzeit. „Das ist natürlich nicht kostendeckend“, sagt Schindel.

Er habe daher den Vereinen angekündigt, dass die Stadtverwaltung über eine Erhöhung der Gebühren nachdenken müsse. Von einer Erhöhung von bis zu 50 Prozent, also um gut einen Euro, ist die Rede. Womöglich müsse die Stadt aufgrund eines Gerichtsurteils sogar künftig wie dann überall in Deutschland in solchen Fällen 19 Prozent Mehrwehrtsteuer von den Vereinen verlangen – Geld, das nicht in der Stadtkasse landet, also.

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