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Bald neue Ortsschilder im Saarland?

Saarbrücken. Universitätsstadt Homburg, Vaubanstadt Saarlouis, Völklingen – Stadt mit Weltkulturerbe. Das alles sind Bezeichnungen, mit denen die jeweiligen Städte bereits werben. Und kaum jemand würde sich wundern, tauchten diese Namen auch auf den gelben Ortsschildern auf. Bislang gibt es nur eine Stadt im Saarland, die einen Zusatz im Ortsschild führt: die Universitätsstadt Saarbrücken. Diese Bezeichnung wurde 2004 vom Innenministerium genehmigt. In anderen Bundesländern trifft man häufiger auf derartige Eigenwerbung. Da gibt es zahlreiche Beinamen wie Barbarossa-Stadt, Luther- oder Kaiser-Stadt. In vielen Fällen wurden diese Zusätze von den zuständigen Ministerien verliehen, andere sollen lediglich das Image einer Stadt oder Gemeinde verbessern.

Doch genau da liegt ein Problem: Denn durch einen unzulässigen Namenszusatz verliert ein Ortsschild seine rechtliche Bedeutung und zeigt streng genommen nicht mehr den Beginn eines innerörtlichen Bereichs an. Die Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 Stundenkilometern besteht folglich nicht mehr. Selbiges gilt auch für andere Normen. Es erfordert also eine Genehmigung, die längst nicht für jeden x-beliebigen Zusatz erteilt wird.
„In der Regel haben die Bezeichnungen einen historischen Hintergrund und sind für die betreffenden Kommunen von großer Bedeutung“, heißt es in einem Beschluss des Bundesrates. Im Saarland war das Interesse, das Ortsschild mit Zusätzen zu versehen, bis dato ohnehin eher gering.  „Bislang hat sich noch nie eine Gemeinde dafür interessiert, das Ortsschild auf diese Weise zu ergänzen. Für uns war das bislang kein Thema“, sagt Ulrich Neu vom Saarländischen Städte- und Gemeindetag.



Das könnte sich allerdings ändern, denn in Homburg und Völklingen ist man sehr angetan von dieser Idee. Die Ortseingangsschilder seien eine gute Plattform, um den Gästen, den Einheimischen und den täglich rund 20.000 Pendlern die Möglichkeiten zu verdeutlichen, die Homburg auch auf universitärer Ebene biete, teilt der Homburger Oberbürgermeister Karlheinz Schöner mit. In Zeiten, in denen die Universität aus Kostengründen gelegentlich infrage gestellt werde, wäre dies ein passendes Signal und ein Bekenntnis zum Universitätsklinikum des Saarlandes. Deshalb werde man in Kürze einen entsprechenden Antrag stellen, um prüfen zu lassen, ob auf den Ortseingangsschildern künftig Kreis- und Universitätsstadt des Saarlands stehen könne, sagte Homburgs Pressereferent Jürgen Kruthoff. Der Völklinger Oberbürgermeister Klaus Lorig will sich der Sache ebenfalls annehmen. „Der Hinweis ‚Stadt mit Weltkulturerbe’ wäre auf jeden Fall sinnvoll. Wir würden das gerne machen. Problematisch sind allerdings die juristischen Hindernisse“, erklärt Lorig. Er könne sich auch ein Zusatzschild unter dem Ortsschild vorstellen. „Wir wollen mit dem Ministerium die Möglichkeiten abklären. Es wäre ein wesentliches Element der Werbung für die Stadt. Ich würde es sehr begrüßen, wenn das unmittelbar am Ortseingang zu realisieren wäre“, sagt Lorig.

In Saarlouis plant man nicht, die Ortsschilder um den Beinamen „Vaubanstadt“ zu ergänzen. Die Stadt führe seit 2006 den Titel „Europastadt“ und werbe auf Hinweistafeln damit, teilte die Pressestelle mit. Das Thema „Vaubanstadt“ sei allerdings ein sich ständig weiterentwickelnder Prozess, und somit könne dabei auch eine Ergänzung des Ortsnamens künftig eine Rolle spielen.

Meinung
Wohl dosiert eine gute Idee
Von SZ-Redaktionsmitglied Marc Prams


Lässt sich mit dem Zusatz auf einem Ortsschild tatsächlich ein Werbeeffekt erzielen? Einheimische werfen eher selten einen Blick auf die gelbe Tafel am Ortseingang. Wozu auch? Sie kennen den Ort samt seiner Historie ohnehin. Bei Besuchern von außerhalb sieht es da schon anders aus. Für sie ist das Ortsschild ein erster Willkommensgruß, der, versehen mit einem passenden Zusatz, Interesse und Neugier wecken kann. Das wiederum ist förderlich für das Image der Ortschaften. Allerdings sollten die Ortstafeln nicht zu Werbebannern verkommen. Ein inflationärer Umgang mit minder interessanten Hinweisen könnte das Gegenteil bewirken und bei Besuchern Gähnen anstelle von Staunen hervorrufen.
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