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Ballett-Premiere in Saarbrücken: Hommage an Komiker Buster Keaton

Am Samstag feiert das Programm »Buster Keaton in SILENT MOV(I)E« seine Uraufführung in Saarbrückens Alter Feuerwache. Ballettchefin Marguerite Donlon erklärt, was es mit der Hommage an den Filmkomiker auf sich hat.

Am Samstag feiert das Programm »Buster Keaton in SILENT MOV(I)E« seine Uraufführung in Saarbrückens Alter Feuerwache. Ballettchefin Marguerite Donlon erklärt, was es mit der Hommage an den Filmkomiker auf sich hat.

Saarbrücken. Eigentlich mochte sie Charlie Chaplin ja lieber – zumindest früher, sagt Marguerite Donlon. Doch dann entdeckte sie Buster Keaton für sich: den Mann mit dem flachen Hut, dem trauerumflorten Blick und dem melancholischen Humor, der weniger offensichtlich wirkt als der Chaplins. Die Ballettchefin des Saarländischen Staatstheaters hat dem Komiker (1895-1966) ihr neues Tanzprogramm gewidmet: „Buster Keaton in SILENT MOV(I)E“ – anderthalb Stunden lang, mit allen Tänzern der Compagnie, episodisch angelegt, verknüpft mit einem lockeren roten Faden: Die Figur Keaton (Moon Suk Choi) findet die Frau seines Lebens, verliert sie wieder, sucht, verpasst, sucht weiter. „Dieses Episodische gibt uns viel Freiheit in der Gestaltung der einzelnen Szenen“, erklärt Donlon. Ein Schatten, mal kleiner, mal größer, stets alter ego, wird Keaton folgen und dabei sein ganz eigenes Spiel spielen (und tanzen).

Gestische Hommage an einen Schauspieler

Das Bühnenbild von Markus Maas und Donlon soll „ein interaktives Element“ sein: eine Hausfassade, deren Bestandteile teilweise real sind, teilweise bloße Projektionen per Beamer, flüchtig und veränderbar, schrumpfend und zitternd, mit verzerrten Perspektiven und einem Raum, der gerade mal einen halben Meter hoch ist – dank des Video-Designs von Florian Penner. „Solche technischen Möglichkeiten hätte Keaton sicher gerne zur Verfügung gehabt“, schätzt Donlon. Ob dessen klassische Szene aus dem 1928er Film „Steamboat Bill Jr.“ – als eine Hauswand einstürzt, überlebt Keaton nur, weil ein Fenster seinen Körper ausspart – Widerhall findet, sagt Donlon nicht. In jedem Fall wird es eine gestische Hommage an einen Schauspieler geben, der zumindest in der Bereitschaft, seine Gesundheit für den Film zu riskieren, Keaton gleichkommt: Hongkongstar Jackie Chan.

„Ziemlich verrückt und melancholisch zugleich“

Manuel Krass, Pianist und HfM-Student, begleitet den Abend am Klavier, zudem erklingen Teile aus Bill Frisells Album „Buster Keaton: Go West“, für Donlon „ziemlich verrückt und melancholisch zugleich“, was auch Keaton charakterisiert, den großen Komik-Freigeist, der zeitlebens mit Studio-Zwängen und Produzenten zu kämpfen hatte (mit dem Alkohol ebenfalls) und sich einen Nackenwirbel anbrach, weil er den Realismus seiner Kapriolen als unabdingbare Basis seiner Komik ansah. In „Der General“ von 1926 ließ er statt zu tricksen eine reale Lokomotive mitsamt Brücke in den Abgrund stürzen.

Erste Einblicke in den Abend gab es bei einer öffentlichen Probe im Ballettsaal des SST, wenn auch noch ohne Kostüm, Bühnenbild und Ausleuchtung. Für Donlon „ein schöner Test. Eine Szene muss auch ohne all das funktionieren.“ Bei den letzten Proben vor der Premiere ist noch einiges zu tun. „Ich beginne immer mit den größeren Szenen. An den kleineren dazwischen arbeiten wir noch – auch am Ende des Stücks. Das ist jetzt ein ganz anderes, als wir es ursprünglich geplant hatten.“ Eine freie Arbeitsweise, die Keaton, gleichzeitig penibler Planer und großer Improvisator, wohl gefallen hätte.

Die Premiere am 25. September ist ausverkauft. Karten für die weiteren Vorstellungen: Tel. (06 81) 309 24 86.

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