A1 Trier Richtung Saarbrücken AS Illingen Gefahr durch defektes Fahrzeug, rechter Fahrstreifen blockiert (17.12.2017, 23:22)

A1

Priorität: Sehr dringend

2°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
2°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Bangen um den Josefshof

Nachrichten aus der Region Saarbrücken.

Nachrichten aus der Region Saarbrücken.

Köllerbach. Vor 16 Jahren haben Hans-Werner und Josefa Wagner den 1960 erbauten Josefshof am Rande von Herchenbach gekauft und züchten dort vom Aussterben bedrohte Tierrassen wie Schafe, Ziegen, Esel und Federvieh. Die meiste Zeit des Jahres leben über 300 Tiere dort. Der Hof genießt großes Ansehen bei Naturschützern und Tiefreunden. Nachdem sich über 50 Jahre lang niemand um die Genehmigung des Wohnhauses geschert hatte, bekommt die Familie von der Unteren Bauaufsicht beim Regionalverband Saarbrücken seit Febuar Beseitigungs-Anordnungen für das Haus und einige Nebengebäude.

Insgesamt sind es vier Bescheide, die das Ende des Josefshofes bedeuten, falls sie rechtskräftig und durchgesetzt werden. Die Besitzer sind fassungslos. Sie haben nach eigenen Worten etwa eine Million Euro in das Lebenswerk gesteckt – eine Summe, die beim Abriss „in den Sand gesetzt“ wäre. Sie argumentieren so: Als wir das Anwesen notariell kauften, wusste keiner, dass das Haus illegal gebaut war. Die Untere Bauaufsicht genehmigte uns sogar den Bau von Ställen, weil wir ein so genanntes „privilegiertes Anwesen“ sind, das heißt unter anderem, auf einer genügend großen Fläche auf nachhaltige Weise Tiere bestimmter Arten halten. Niemand stört sich an diesem Hof, außer der Bauaufsicht, und die hat keine schlüssige Begründung außer dem Verweis auf die illegale Errichtung und der neuerlichen Einschätzung, der Hof sei doch nicht privilegiert. Die Stadt Püttlingen hat ihr Einvernehmen hergestellt, die Landwirtschaftskammer hat die Privilegierung ausgesprochen, das Landesamt für Umweltschutz hat keine Bedenken, das Umweltminsiterium spricht sich für den Erhalt aus, und inzwischen hat sich aus der Bevölkerung sogar eine Bewegung gebildet, die mit Unterschriften für den Erhalt kämpft.

Der Regionalverband ließ gegenüber unserer Zeitung über Pressesprecher Stefan Kiefer mitteilen, dass die Bauaufsicht sich außerordentlich viel Mühe gemacht habe, auch Chancen für den Erhalt des Hofes auszuloten, dass aber dennoch die Entscheidung für den Abriss getroffen werden musste – „kein Ermessen“. Die Angelegenheit liegt mittlerweile beim Rechtsausschuss. Familie Wagner will vor dem Verwaltungsgericht klagen, falls auch dort der Daumen über dem Josefshof gesenkt wird. Das wird teuer und kann Jahre dauern, was immerhin dem Hof etwas Luft gewährte. Überhaupt könnte seine Chance darin liegen, dass die öffentliche Hand gar kein Geld hätte, um Haus und Ställe platt zu machen beziehungsweise dass der Steuerzahler kein Verständnis dafür hätte, dass zehntausende Euro für einen Abriss ausgegeben würden, den keiner verstünde. Stefan Kiefer nannte dann doch noch eine Möglichkeit, wie der Hof verschont werden könnte: Wenn die Stadt Püttlingen einen Bebauungsplan aufstellt und damit eine sichere Grundlage schafft, auf der Mensch und Tier unbehelligt von Baubehörden leben können.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein