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Bangen um saarländische Eisweinlese

Winzer Herber bei der Lese in einem eiskalten Jahr. Foto: rup

Winzer Herber bei der Lese in einem eiskalten Jahr. Foto: rup

Saarländer, die für dieses Jahr noch auf heimischen Eiswein von der Obermosel hoffen, sollten sich darauf gefasst machen, enttäuscht zu werden. Nachdem der für die meisten erfreulich warme Sommer den Winzern mit seiner Dürre zu schaffen gemacht hatte, haben diese nun den ungewöhnlich milden Winter zu beklagen. Der fehlende Frost nämlich macht die Eisweinlese bisher unmöglich: Hierfür müssen die Trauben vor Eintreten der Fäulnis anhaltenden Temperaturen unter minus sieben Grad ausgesetzt sein und schließlich bei ebenso niedrigen Gradzahlen geerntet werden, traditionellerweise oft noch mit der Hand. Nur so kann beim Keltern aus den vereisten Früchten der süße, leicht dickflüssige Eiswein entstehen, welcher weithin als teure Spezialität gilt.

Gegen die Fäulnis sind die Reben mit Folien oder speziellen Netzen geschützt, jedoch nur für gewisse Zeit: Wenn sich das Wetter binnen der nächsten zwei bis drei Wochen nicht ändere, sei kein saarländischer Eiswein mehr zu erwarten, so Helmut Herber, Präsident des Saarländischen Winzerverbandes. Er und sein Kollege Ralf Petgen gehören zu den wenigen Produzenten von Eiswein im Saarland. Seit 2012 konnten sie nun schon keinen mehr herstellen. Bei beiden mache der Eiswein allerdings lediglich 0,5 Prozent des Gesamtertrags aus, schätzt Herber: „Der Verlust ist überschaubar.“ Ähnlich sieht es Elmar Thewes von der Landwirtschaftskammer Saar: „Der Eiswein ist für uns nur ein i-Tüpfelchen angesichts der übrigen Lese.“

Deutschlandweit betrachtet wäre ein möglicher Ernteausfall wohl dennoch nicht unerheblich: So sind in Rheinland-Pfalz laut Landwirtschaftskammer insgesamt über 110 Hektar Anbaufläche von rund 180 Winzern für die Eisweinernte eingeplant. Ebenso ist man in Hessen besorgt: „Im Moment sieht es schlecht aus“, meint Peter Seyffardt, Präsident des Rheingauer Weinbauverbandes. Auch hier waren die Jahrgänge 2013 und 2014 schon sehr schwach ausgefallen.
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