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Bank 1 Saar stellt sich auf Niedrigzins ein

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen hat die Bank 1 Saar auch im vergangenen Jahr ein konstantes Nachsteuerergebnis von 5,9 Millionen Euro eingefahren. Vorstandschef Heiner Löhl sprach gestern bei der Bilanzpressekonferenz in Saarbrücken auch von einem „stabilen Ergebnis“.

Dabei sind die Bedingungen für Kreditinstitute angesichts des Niedrigzinses bei Weitem nicht mehr so rosig wie noch vor Jahren. Der Zinsüberschuss – eine der wichtigsten Einnahmequellen der Banken – geht weiter zurück. Bei der Bank 1 Saar sank er von 76,8 Millionen Euro auf 75,1 Millionen Euro. „Und wir müssen davon ausgehen, dass diese Entwicklung weitergeht“, sagt Löhl. Der Vorstandschef sieht seine Bank allerdings trotzdem sicher aufgestellt. „Wir haben die Zinsproblematik bereits früh erkannt und entsprechend reagiert“, erläutert er.

So habe die Bank bereits 2012 das Programm „Nachhaltig stärkste Bank in der Region“ aufgelegt. Ziel des Programms sei es gewesen, vor allem die Vertriebsstruktur zu überprüfen und stärker auf die Kundeninteressen auszurichten. „Das heißt, dass wir jetzt nur noch den Kunden Angebote machen, die einen entsprechenden Bedarf haben.“ Letztlich zeigt sich der Erfolg der Strategie bereits in der Bilanz. Denn während der Zinsüberschuss gesunken ist, ist gleichzeitig der Provisionsüberschuss von 23 auf 24,5 Millionen gestiegen. „In Summe haben wir Zins- und Provisionseinnahmen so stabil halten können“, sagt Löhl. In einer längeren Niedrigzinsphase reiche aber auch das nicht aus, betont der Vorstandschef. Anfang 2013 habe die Bank deshalb ein Kostenprojekt aufgelegt, bei dem die künftige Mitarbeiterzahl definiert wurde, die die Bank in fünf Jahren erreichen will. Aktuell arbeiten 740 Mitarbeiter bei der Bank 1 Saar. Löhl erwartet, dass in diesem Jahr rund 25 Mitarbeiter über natürliche Fluktuation ausscheiden werden. Angesichts dieser erwarteten Veränderung geht er davon aus, dass die Bank das Ziel ganz ohne Kündigungen erreichen wird.

Nicht nur die Mitarbeiter stehen bei der Bank im Fokus, auch die Struktur der Filialen wird immer wieder überprüft. Angesichts der veränderten Kundengewohnheiten und des Online-Bankings müsse man die Filialstandorte immer wieder hinterfragen. Drei Filialen würden in diesem Jahr zusammengelegt, kündigte Vorstand Kurt Reinstädtler an, zwei werden also verschwinden. Auch da sieht Vorstandschef Löhl die Filialentwicklung im Einklang mit der Fünf-Jahres-Planung.

Angesichts der niedrigen Zinsen sind auch die Kundeneinlagen im vergangenen Jahr um 3,9 Prozent auf 2,98 Milliarden Euro zurückgegangen. Das Kreditvolumen wiederum sank weniger stark um zwei Prozent auf 2,98 Milliarden Euro. Vor allem bei den Firmenkunden gebe es wieder Kreditnachfrage, sagte Löhl. Hier gebe es wieder eine gewisse Investitionsbereitschaft. Auch die Bilanzsumme ist leicht gesunken. Sie beträgt 3,5 Milliarden Euro, 2,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Trotz Niedrigzinsphase sieht sich die größte Genossenschaftsbank an der Saar gut gerüstet. Das Eigenkapital hat sie noch einmal um 4,4 Millionen Euro auf 169,8 Millionen Euro aufgestockt. Das entspräche einer Kernkapitalquote von 14 Prozent und liege damit deutlich über den Forderungen der neuen Eigenkapitalrichtlinien nach Basel III, sagt Reinstädtler.

Während sich die Bank 1 Saar als sehr gesund bezeichnet, erwartet der Vorstandschef mehrere Fusionen an der Saar. Ein Viertel der Volksbanken sei gefährdet, weil sie für ihren Ertrag im Vergleich zu hohe Aufwendungen haben. Die Bank 1 Saar allerdings käme als Fusionspartner nicht in Frage, betont Löhl. Vielmehr werde es zu Zusammenschlüssen unter kleineren Banken kommen. Einen solchen Zusammenschluss hat der Genossenschaftsverband erst vor wenigen Tagen für den Homburger Raum angekündigt.
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