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Barbarafeier zum Auslaufbergbau

Ein Walzenschrämlader baut unter Tage Steinkohle ab.

Ein Walzenschrämlader baut unter Tage Steinkohle ab.

Saarbrücken. Für Mario Köprich ist jetzt Schluss mit der Arbeit im Streb. Seit 35 Jahren ist der 50-Jährige im Saar-Bergbau beschäftigt, Ende des Monats geht es in die Rente.

Der Ingenieur hat alle Stationen hinter sich, die das Saar-Revier zu bieten hatte, arbeitete in den Gruben Reden, Camphausen, Göttelborn und zuletzt auf dem Bergwerk Saar. "Ein bisschen wehmütig bin ich schon", bekennt der Mann aus Landsweiler-Reden. Nicht nur weil für ihn ein Lebensabschnitt zu Ende geht, sondern auch, "dass das Ende des Bergbaus im Saarland vorgezeichnet ist".

Er ist in der vierten Generation im saarländischen Steinkohle-Bergbau tätig, und auch sein Sohn hat bei der RAG-Deutsche Steinkohle eine Ausbildung absolviert. "Er wird sich in einer anderen Branche eine Arbeit suchen müssen."

Mario Köprich ist einer von 310 Arbeitsjubilaren, die am Freitag bei der zentralen Barbarafeier der RAG geehrt wurden. Sie stand im Zeichen des vorgezeichneten Auslaufbergbaus an der Saar. Mitte 2012 wird die letzte Kohle aus der Erde geholt. "Das Auslaufkonzept des Bergbaus an der Saar ist auf gutem Weg", zog Bernd Tönjes, Vorstandsvorsitzender der RAG, Zwischenbilanz. Das Bergwerk Saar liefere in diesem Jahr noch knapp eine Million Tonnen Kohle zur Grundversorgung an die Saar-Kraftwerke. 2007 waren es noch knapp vier Millionen Tonnen.

Kritik übte Tönjes an der neuen Landesregierung, da sie das Ziel verfolge, den deutschen Steinkohlebergbau mithilfe einer Bundesratsinitiative schon 2014 auslaufen zu lassen - statt wie bislang geplant im Jahr 2018. "Der Steinkohlenbergbau ist zu diesem Zeitpunkt nicht sozialverträglich zu beenden." Das hätte auch Auswirkungen auf die Beschäftigten an der Saar, da rund 1700 Saar-Bergleute noch ins Revier Ibbenbüren (bei Osnabrück) und an die Ruhr versetzt werden müssen.

"Ein Ende des Steinkohlenbergbaus bereits 2014 würde eine Aufnahme dieser Mitarbeiter unmöglich machen", sagte Tönjes. Dieser Kritik schloss sich auch der Vorsitzende des RAG-Betriebsrats, Ludwig Ladzinski, an.

Einer von denen, die bereits im April nach Ibbenbüren müssen, ist Heinz Baar (42). Der Junggeselle stand bei der Sozialauswahl "ganz oben". Er ist Mitglied eines 80-köpfigen Teams, das im Streckenvortrieb eingesetzt wird, im Oktober soll eine zweite Mannschaft folgen. Den Maschinensteiger macht es traurig, dass im Saarland das Ende des Bergbaus naht. "Eine große Gemeinschaft löst sich auf, soziale Traditionen gehen verloren."

Jörg Maurer (42) ist in der Saarbrücker RAG-Personalabteilung dafür zuständig, die Mannschaften für Ibbenbüren zusammenzustellen. "Niemand drängt sich", sagt er. Die Sozialauswahl werde groß geschrieben. Zu den Kriterien zählen der Familienstand, die Zahl und das Alter der Kinder.

Ministerpräsident Peter Müller (CDU) versicherte, dass der Saar-Bergbau sozialverträglich beendet wird. Dem ab dem 15. Dezember beginnenden Abbau der drei letzten Strebe stehe seiner Ansicht nach rechtlich nichts im Wege. Müller ehrte 30 Jubilare der Gruben- und Gasschutzwehr, zwölf von ihnen mit dem Grubenwehr-Ehrenzeichen in Gold (neun) und Silber (neun).

 

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