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Batterien bleiben an Silvester der Knaller

Böller, Raketen und Batterien – am morgigen Dienstag startet in Deutschland wieder der Verkauf von Silvesterfeuerwerk der Kategorie/Klasse zwei an Personen ab 18 Jahren. Im benachbarten Département Moselle gibt es nach den Pariser Terroranschlägen zum Jahreswechsel 2015/16 dagegen ein Verkaufs-, Transport- und Gebrauchsverbot von pyrotechnischen Gegenständen. Oliver Wetzstein von der Saar-Firma Drumm Fireworks & Laser, die Produkte verschiedener Hersteller aus dem In- und Ausland vertreibt, geht davon aus, dass diese Maßnahme für die französischen Lieferanten mit Umsatzeinbußen von mindestens 25 Prozent verbunden ist.

Dagegen glaubt der Wadgasser Pyrotechniker, dass der Anteil seiner Kunden aus Frankreich, der bisher bei etwa zehn bis 15 Prozent lag, in diesem Jahr deutlich steigen wird. Denn aus sozialen Netzwerken wie Facebook habe er erfahren, dass zahlreiche Hobby-Feuerwerker von dort ihrer Leidenschaft nun in Deutschland nachgehen wollen. „Es gibt viele Franzosen, die Silvester gerne hier feiern“, sagt auch Georg Himbert , Sprecher des Landespolizeipräsidiums. Nach seiner Einschätzung ist jedoch nicht davon auszugehen, dass diese extra wegen des Feuerwerks ins Saarland kommen.

Das in Frankreich erhältliche Material sei oft stärker, erklärt Wetzstein. Für Raketen dürften dort bis zu 75 Gramm Nettoexplosivmasse verwendet werden, in Deutschland sind es nur 20 Gramm. Besonders „Feuerwerksverrückte“ hätten sich deshalb in der Vergangenheit oft jenseits der Grenze damit eingedeckt. Aber es gebe auch viele Franzosen, die im Saarland kaufen. Das liege daran, dass die Produkte in Deutschland von den Leuchtfarben her oft von besserer Qualität und etwa um 20 Prozent günstiger seien.

Für Andrej Schmidt vom Globus Saarbrücken-Güdingen steht ebenfalls fest: „Auf Feuerwerkskörper, die nach deutschen Richtlinien produziert und kontrolliert wurden, setzen auch viele französische Kunden , wie unsere Erfahrungen aus den vergangenen Jahren zeigen.“ Der Globus-Bereichsleiter glaubt jedoch, dass das Verbot in unserem Nachbarland den Einzelhandel an der Grenze hart treffen werde.

Zu den Unterschieden im „Knall-Verhalten“ von Deutschen und Franzosen sagt Wetzstein: „In Frankreich sind die Raketen noch relativ stark vertreten.“ Während der Anteil von Raketen und Batterien dort etwa je 50 Prozent betrage, liegt das Verhältnis in Deutschland nach Angaben des Verbandes der pyrotechnischen Industrie (VPI) bei 20 zu 50 Prozent. Die Durchschnittsausgaben von etwa 25 Euro pro Person würden sich für die Kunden aus beiden Ländern dagegen nicht wesentlich unterscheiden.

Die Vorschriften beim Vertrieb divergieren dagegen stark: „In Frankreich darf auch aus offenen Ständen und Wagen verkauft werden“, sagt Pyrotechniker Wetzstein. In Deutschland müssten dagegen strengere Vorschriften bezüglich der Sicherheit und der Mengen eingehalten werden.

Das früher geltende Import- und Exportverbot sei dagegen durch eine Richtlinie zur EU-Angleichung gelockert worden, so Wetzstein. Um auf beiden Seiten der Grenze verkauft und abgeschossen werden zu können, müssten die Produkte jedoch über eine Bedienungsanleitung in der jeweiligen Landessprache verfügen. In Deutschland sei zur Verwendung zudem entweder die Zulassung der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) oder ein CE-Zeichen und eine Registriernummer erforderlich.

Was die Trends zum Jahreswechsel 2015/16 in Deutschland anbelangt, bleiben Batterien , die eine Symphonie aus unterschiedlichen Sternen, Fontänen & Co. abfeuern, der sprichwörtliche Knaller. Hier würden immer mehr Effekte aus dem Großfeuerwerksbereich adaptiert, sagt Wetzstein. Zudem, erklärt der Pyrotechniker, würden die Farben intensiver, die Rauchentwicklung minimiert und die Brenndauer habe sich auf bis zu eineinhalb Minuten verlängert.

Wer sich noch unschlüssig ist, zu welchen Raketen er an Silvester greifen soll, kann morgen um 18 Uhr auf dem Saarbrücker Messegelände vorbeischauen. Dort zeigen verschiedene Hersteller beim sogenannten Vorschießen die verschiedensten Neuheiten.

 

Zum Thema:

HintergrundSicherheitshinweise des Verbandes der pyrotechnischen Industrie zum sachgemäßen Umgang mit Silvesterfeuerwerk:Vorsicht vor illegal eingeführten Produkten. Nur Artikel mit Zulassung der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) oder CE-Zeichen und Registriernummer verwenden. Altersvorschriften und Gebrauchsanweisungen beachten. Feuerwerk der Klasse/Kategorie zwei nur im Freien und mit vorgeschriebenem Sicherheitsabstand zu Personen, Bäumen und Gebäuden zünden. Nie selbstgebastelte und gebündelte Produkte verwenden oder Zündschnüre verkürzen. Raketen nur senkrecht aus standsicheren Flaschen schießen. Blindgänger mit Wasser übergießen, bei Produkten mit Ersatzzündschnur mindestens 15 Minuten warten. Fenster und Türen zum Jahreswechsel geschlossen halten. mv
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