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Bau einer Biathlon-Strecke in Planung

Der Saarländische Bergsteiger- und Skiläuferbund strebt den Bau eines Sportzentrums auf dem Grubengelände in Fischbach-Camphausen an. Außer den Biathleten sollen Breitensportler aus dem ganzen Saarland davon profitieren.

Saarbrücken. Eine asphaltierte Strecke mit Steigungen, Abfahrten und einem Schießstand - und das unter Flutlicht auf dem Gelände der RAG Deutsche Steinkohle in Fischbach-Camp-hausen. So stellt sich der Saarländische Bergsteiger- und Skiläuferbund (SBSB) das geplante Sportzentrum vor, auf dem Leistungs- und Freizeitsportler in Zukunft trainieren können.

"Alles, was mit Rollen oder Rädern unterwegs ist, kann diese Anlage nutzen", sagt Verbands-Präsident Heinz Müller. Dann hätten die Biathleten, die meist mit Skirollern unterwegs sind, eine Trainingsstrecke im Land. Aktuell bemängelt er das Fehlen "von geeigneten Strecken, wo sie laufen können und einen Schießstand haben". So müssen die Athleten derzeit auf ein Militärgelände zwischen Illingen und Marpingen ausweichen, wo "Zivilisten" geduldet sind.

Die RAG Deutsche Steinkohle hat sich laut Angaben des SBSB bereit erklärt, "die Halde Lydia so aufzubereiten, dass wir dort Strecke und Schießstand anlegen können. So günstig, wie man diese Anlage in Quierschied bauen kann, geht es sonst nirgends", versichert Müller. Der Bau soll um die 700 000 Euro kosten.

In dieser Angelegenheit hat jedoch die Gemeinde Quierschied auch ein Wörtchen mitzureden. Bürgermeisterin Karin Lawall äußerte sich zu dem Bau der Strecke "zurückhaltend, weil der ,Urwald vor den Toren der Stadt' und das Landschaftsschutzgebiet Netzbachtal Konfliktpotenzial bieten". Sie befürchtet, dass "Lärmbelästigung, Naturschutz und die Halde Lydia als beliebtes Wanderziel" durch das Projekt leiden. Aber: Noch ist in der Sache nichts entschieden.  Der SBSB muss nun einen Antrag an den Ortsrat stellen. Dieser wird dann mit dem Gemeinderat entscheiden, ob die angedachte Strecke für die Biathleten im Saarland realisiert wird - oder eben nicht. jd

Ein Sammelbecken für viele Sportarten

Saarbrücken. Hohe Berge und weiße Schneelandschaften - im Saarland finden Bergsportbegeisterte dies eher selten vor. Nichtsdestotrotz entdeckten ein paar Saarländer schon vor über 100 Jahren bei Bergtouren in verschiedenen Gebieten der Alpen ihre Liebe für den Alpinismus. Heute zählt der Saarländische Bergsteiger- und Skiläuferbund (SBSB) 11 138 Mitglieder. Der Verband enstand im Jahr 1953 - genau wie der Landessportverband für das Saarland (LSVS). Vor dieser Zeit gab es den Alpenverein Saarbrücken, den 22 bergbegeisterte Herren aus dem Saarland bereits 1903 gründeten.

"In den Anfangszeiten stand insbesondere das Wandern und Bergsteigen im Vordergrund", erinnert sich Verbands-Chef Heinz Müller (Foto: SZ). Er ist

seit 30 Jahren im Amt und somit der dienstälteste Verbands-Präsident im LSVS und im Deutschen Skiverband. Lange vor seiner Zeit begannen die Mitglieder des Alpenvereins mit dem Bau der Saarbrücker Hütte in den österreichischen Alpen bei Montafon. Von 1911 bis heute bietet die Hütte Unterschlupf für Bergsportler in 2538 Metern Höhe. Aber auch in den Vogesen und im Schwarzwald gibt es heute einige Vereinshütten.

Das Skifahren entdeckten die Saarländer in den Zwanzigern für sich, und der Skiclub Saarbrücken entstand.  Die Skiausrüstung bestand damals aus Eschenskiern mit kufenartiger Aufbiegung und Stemmlochbindung und Stöcken aus Vollholz. "Nach dem Zweiten Weltkrieg haben sich der Alpenverein und der Skiclub zusammen getan, und so entstand der Saarländische Bergsteiger- und Skiläuferbund", sagt Müller, "1953 gab der Verein den Namen an die saarländische Dachorganisation ab, und man nannte sich nun Alpenverein und Skiclub Saarbrücken." Das war die Geburtsstunde des SBSB als Verband, dem von da an auch weitere Bergsportvereine beitreten konnten.

Heute ist der SBSB nicht mehr so übersichtlich: Es sind Bergsteiger, Sportkletterer, Wanderer, Langläufer, Nordic Walker, Skifahrer, Snowboarder und "seit drei Jahren auch die ersten Biathleten" im Verband organisiert. Für Heinz Müller und seine etwa 30 ehrenamtlichen Helfer stellt die Organisation des Wettkampfsports und die Aus- und Fortbildung der der Lehrkräfte die Hauptaufgaben dar. Aber Müller sieht ein zukünftiges Problem, denn "immer weniger wollen ehrenamtlich etwas tun". Der Rückgang des Sportachtels aus Toto-Geldern trifft den Verband hart, da er einen Löwenanteil der Einnahmen des SBSB ausmacht.

Hoffnung macht, dass sich in den vergangenen Jahren die Mitgliederzahlen so gut wie gehalten haben. "Wenn ein Bereich schrumpft, dann wächst ein anderer", hat Müller erkannt. Die stetige Weiterentwicklung der Basissportarten Bergsteigen und Ski ist sicherlich ein der Grund dafür. So ist in den letzten Jahren neben dem Biathlon Team Saar auch ein reiner Nordic Walking Verein in Heiligenwald entstanden.  Außerdem erfreut sich das Klettern immer größerer Beliebtheit. Zum Beispiel das "Bouldern", eine Disziplin des Sportkletterns ohne Kletterseil an Felsblöcken und -wänden oder in der Kletterhalle in Absprunghöhe. "Bouldern" ist auch in der saarländischen Natur möglich. Für Anfänger und Fortgeschrittene bietet sich zugleich die Kletterhalle in Ensdorf an, um sich an der Extremsportart auszuprobieren. Es ist also viel los im Saarländischen Bergsteiger- und Skiläuferbund, der auch in Zukunft immer mit der Zeit gehen muss - und gehen will.



Auf einen Blick

Die Ansprechpartner beim Saarländischen Bergsteiger- und Skiläuferbund (SBSB):

 

Geschäftsstelle: Hermann-Neuberger-Sportschule in Saarbrücken, E-Mail: sbsb@lsvs.de. - Geschäftsführerin: Susanne Frantz, Telefon (06 81) 38 79 240. - Verbands-Präsident: Heinz Müller, E-Mail: heinzmueller@sbsb-saar.de, Telefon: (0 68 98) 93 55 65.

Weitere Ansprechpartner: Referat Bergsteigen: Reiner Hoffmann, Telefon (0 68 53) 30 09 66; Referat Schulsport/Referat Frauen: Bärbel Ehses, Telefon (0 68 06) 10 21 32; Referat Sport alpin: Ira Müller-Kemmer, Telefon (0 68 98) 93 56 33; Referat Sport Nordic Classic: Heinz Wirth, Telefon (0 68 51) 74 49; Referat Sportklettern: Uwe Altmaier, Telefon (0 68 36) 68 54 66; Referat Saarländische Skischule: Roland Boettcher, Telefon (0 68 94) 58 03 35; Referat Jugend: Anna Schlauch, Telefon (0 68 94) 58 05 06.

Kletterhalle in Ensdorf: Im Sportzentrum 1 in Ensdorf, Öffnungszeiten: montags bis freitags von 15 bis 22 Uhr, Ansprechpartner: Wolfgang Gebhardt, Telefon (01 60) 8 27 85 95. jd

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