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Bauarbeiten an Saarbahn-Strecke nach Lebach bald fertig

Die Saarbahn-Baustelle nach Lebach ist bis Jahresende 2013 abgeschlossen. Das sagte Saarbahn-Geschäftsführer Peter Edlinger unserer Zeitung.

Die Saarbahn-Baustelle nach Lebach ist bis Jahresende 2013 abgeschlossen. Das sagte Saarbahn-Geschäftsführer Peter Edlinger unserer Zeitung.

Die letzten Bauarbeiten an der Saarbahn-Strecke von Heusweiler nach Lebach gehen in die heiße Phase. Bis gestern Abend wurden im Bahnhof Lebach die Oberleitungen gezogen. Von Ende Oktober bis Mitte November führt ein Spezialfahrzeug diese Arbeiten auf dem gesamten Streckenabschnitt von Heusweiler-Markt bis Lebach durch. Insgesamt müssen 250 Masten mit Auslegern für Strom und Fahrdraht versehen werden. Unmittelbar danach werden die Leitungen unter Strom gesetzt, um Materialklau, wie in der Vergangenheit geschehen, zu verhindern. So Projektsteuerer Daniel Bürtel gegenüber unserer Zeitung. Saarbahn-Geschäftsführer Peter Edlinger legt sich jetzt darauf fest, dass die letzten Bauarbeiten an der Strecke bis Jahresende 2013 abgeschlossen sein werden. Die Gleise liegen schon komplett. Dennoch müssen sich die Saarländer noch bis zum Frühherbst 2014 gedulden, bevor die Linie 1 durchgehend von Saargemünd bis Lebach fährt. Ab Januar 2014 stehen umfangreiche verkehrstechnische Abnahmen an. Dazu gehören Tests der Stellwerk-, Oberleitungs- und Signaltechnik. „Diese Abnahmen sind sehr aufwendig. Jedes einzelne Kabel wird vermessen“, betont Bürtel.

Für alle Prüfungen und Endabnahmen kalkulieren die Planer eine Zeitspanne bis März/ April 2014 ein. Anschließend folgen Schulungen für die Saarbahn-Fahrer und Probefahrten. 16 neue Fahrer sind bereits eingestellt. Zum Start der kompletten Strecke werden es insgesamt 70 sein.

Auch die bauliche Endabnahme von vier Umspannwerken auf dem Streckenabschnitt Heusweiler-Lebach steht noch an. „Alle zwei bis drei Kilometer werden wir Strom in die Oberleitung einspeisen, der von Wechsel- in Gleichstrom umgewandelt wird “, erläutert Bürtel. Größter baulicher Einzelposten mit sechs Millionen Euro war die Renovierung des Spitzeichtunnels zwischen Eiweiler und Landsweiler. Die Renovierung des Brückenbauwerkes Eiweiler Viadukt hat 2,6 Millionen Euro gekostet. Für den Bau des Streckenabschnittes zwischen Heusweiler und Lebach werden 72 Millionen Euro veranschlagt. Der Bund trägt 60 Prozent der Baukosten, 30 Prozent das Land. Zehn Prozent muss das Unternehmen stemmen.

Nach Ansicht von Geschäftsführer Edlinger reichen die 28 Saarbahn-Fahrzeuge aus, um die Strecke zu bedienen. Erst im Falle einer zusätzlichen Linie 2, die nach den Planungen von Schafbrücke nach Völklingen fahren könnte, müssten neue Fahrzeuge angeschafft werden. Ein Fahrzeug koste jeweils 4,5 Millionen Euro. 70 Prozent der Anschaffungskosten müsse das Land tragen, den Rest das Unternehmen. Eine Entscheidung über eine Linie 2 vom Land mahnt Edlinger innerhalb eines Jahres an. Sonst könnte das Projekt nicht bis 2019 abgeschlossen werden und es würden die Finanzhilfen des Bundes wegfallen.

Das saarländische Wirtschaftsministerium ist skeptisch. Wolfgang Kerkhoff von der Pressestelle sagt, die Kostenschätzungen für das Saarbahn-Konzept inklusive einer Linie 2 seien veraltet. Vieles müsse neu durchgerechnet werden. Selbst bei einer positiven Bewertung sei es kaum möglich, 2019 fertig zu sein.
 

Meinung

Saarbahn-Konzept muss her

Von SZ-Redakteur Thomas Sponticcia

Der Linie 1 bis Lebach müssen weitere Linien folgen, um ein attraktives Netz zu schaffen. Millionen-Summen zur Unterstützung vom Bund stehen bereit – aber nur bis 2019. Die Saarbahn ist flexibel, weil sie auch Schienen der Deutschen Bahn nutzen kann. Das bringt eine bessere Erreichbarkeit von City-Lagen, wertet diese auch als Wohngebiete auf. Ältere Menschen bekommen so mehr Mobilität. Auch Jüngere könnten profitieren, etwa durch eine Anbindung der Uni über den DB-Haltepunkt Scheidt. Eine Saarbahn-Verbindung von dort zur Uni würde weit über den Großraum Saarbrücken hinaus wirken. Die geplante Linie 2 von Schafbrücke nach Völklingen könnte bis Saarlouis verlängert werden. Man bräuchte dazu nur einen Neubau vom Bahnhof Saarlouis in die City. Es gibt Anreize. Man muss die Saarbahn aber auch politisch wollen. Die Politik muss jetzt durchrechnen, was machbar ist. Karlsruhe als „Vater“ des Stadtbahnmodells unter Einbeziehung großer Teile des Schwarzwaldes hat schon bewiesen: Attraktive Verbindungen mit nachvollziehbaren Preisen reizen zum Umsteigen. Und beleben Innenstädte.


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