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Bauen mit viel Zeit und ohne Plan? Weg unter der Johannisbrücke seit zwei Jahren gesperrt

Die Baustelle an der Johannisbrücke gestern – seit 24 Monaten ist sie gesperrt. Foto: Becker&Bredel</p>

Die Baustelle an der Johannisbrücke gestern – seit 24 Monaten ist sie gesperrt. Foto: Becker&Bredel

Winfried Fuchs wohnt auf dem Rodenhof – und er sucht nach einer Antwort. Wenn eine Brücke zwei Jahre gesperrt ist, findet er, dann stelle sich nämlich „die Frage, wer die Planung der Arbeiten, wenn man überhaupt von Planung sprechen kann, durchgeführt hat, und wer für die wohl erheblichen Kosten verantwortlich ist“. Es geht um die Fuß- und Radverbindung zwischen Rodenhof und Dudweiler Landstraße. Die Einzigen, die diese Frage beantworten könnten, können oder wollen das nicht tun. Zumindest nicht vor kommendem Montag.

Gestern Vormittag angefragt, warum die Johannisbrücke denn seit zwei Jahren als Baustelle gesperrt ist und was zu der massiven Kritik des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) daran zu sagen ist, teilte eine Vertreterin des Landesbetriebs für Straßenbau (LfS) der SZ gestern Nachmittag mit, dass es erst am Montag, 24. Oktober, „eine Rückmeldung“ gebe. Es folgte eine Bitte „um Verständnis“.

 

Probleme von Anfang an

Das ist zumindest beim ADFC und bei Menschen, die die Brücke gerne nutzen und sich einen Umweg ersparen würden, offenbar aufgebraucht. Denn die Sanierung lief von Anfang nicht rund. Nachdem die Brücke abgesperrt war, passierte erstmal nichts. Es gab Probleme mit der Genehmigung des Gerüsts durch das Eisenbahnbundesamt. Die war notwendig, weil unter der Brücke Gleise verlaufen. Die Absperrung wieder abzubauen, bis wirklich gearbeitet wurde, wollte der LfS der beauftragten Firma aber nicht auferlegen. Man wolle „die Bauaufgabe für den Auftragnehmer“ nicht noch „weiter verkomplizieren“, argumentierte der Sprecher des LfS, Klaus Kosok, im Januar 2015.

 

Und überhaupt: Durch „den vermeintlichen Stillstand“ verlängere sich die Bauzeit nicht, versicherte Kosok. Eigentlich sei es ja gar kein Stillstand, denn: „In Wirklichkeit finden ja mit Nachdruck Planungs- und Genehmigungsarbeiten statt.“ Der ADFC glaubt dagegen, dass man die Sanierung der Brücke „bei entsprechender Planung und mit etwas gutem Willen in maximal einem halben Jahr hätte durchziehen können“. Der LfS habe es stattdessen in 24 Monaten nicht einmal geschafft, „eine eigentlich selbstverständliche Umleitung“ auszuschildern, beklagt Jan Messerschmidt vom ADFC. „Dabei hätte schon eine die Alternativen benennende Infotafel an der Brücke, die bis dato zudem Teil des Stadtrundwegs des Saarwald-Vereins war, viel gebracht“, sagt er.

 

„Ein Desaster“

Auch eine mögliche Alternativroute über das Gelände der Deutschen Bahn sei nicht eingerichtet worden, obwohl die Bahn auf Anfrage des ADFC dazu ihre Bereitschaft signalisiert habe. Das Problem: Weder Stadt noch Land wollten die nötige Wegesicherungspflicht übernehmen, sagt der ADFC.

 

Was der Landesbetrieb für Straßenbau da veranstalte, sagt Messerschmidt, sei „einfach ein Desaster“.

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