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Bauer sucht Frau: Peter aus dem Saargau ist plötzlich Promi

Sie haben sich gefunden: Peter (30) und Nicole (33) auf seinem Hof auf dem Saargau.

Sie haben sich gefunden: Peter (30) und Nicole (33) auf seinem Hof auf dem Saargau.

Von SZ-Redakteur Daniel Kirch

Saarlouis. Noch immer weiß der Landwirt vom Saargau nicht, wem er das alles zu verdanken hat: seine plötzliche bundesweite Bekanntheit, vor allem aber seine neue Liebe. Irgendjemand hatte den 30-Jährigen als Kandidaten für die Kuppel-Show „Bauer sucht Frau“ auf RTL angemeldet. Vielleicht waren es seine Schwestern oder Kumpels aus der Landwirtschaft, niemand will es zugeben. „Um mich selbst anzumelden, hat mir der Mut gefehlt“, gesteht Peter. Geschaut hatte er die Sendung schon seit Jahren, unter Kollegen war viel darüber gesprochen worden. Als ihn die Produktionsfirma anrief, zögerte er, dann dachte er zwei Wochen nach und sagte schließlich zu: „Nein sagen kann ich ja immer noch.“

Monate später hatte sich der Landwirt mit roten Haaren und Pausbacken in die Autoteile-Monteurin Nicole (33) aus Brandenburg verliebt. „Nicole hat mein Herz erobert“, verkündete er in der Sendung. Die Industriekauffrau sagt, sie habe schon immer einen Bauern haben wollen. Weil sie sich davon Verständnis für ihre eigenen Tiere erhoffe. Schon 2011 war sie daher bei „Bauer sucht Frau“ zu sehen, doch der Pferdewirt aus der Oberlausitz, für den sie sich beworben hatte, nahm eine andere mit auf seinen Hof.

Weil Peter für sein Single-Dasein seine Schüchternheit verantwortlich machte, verpasste RTL ihm den Beinamen „der schüchterne Ackerbauer aus dem Saarland“. Als Single sei er vier Jahre „ganz allein auf meinem großen Hof“ gewesen, das sei schwer zu ertragen – so stellte er sich in der ersten Folge vor. Seit dem Tod seiner Eltern kümmert er sich um den Hof mit anderthalb Quadratkilometern Anbaufläche.

Die Produktionsfirma der Sendung hat die SZ gebeten, Nachname und Wohnort – wie in der Sendung üblich – nicht zu nennen, um den Landwirt vor aufdringlichen Fans zu schützen. Im kleinen Saarland hat sich bei vielen jedoch längst herumgesprochen, wo sein Hof liegt. „Wir haben richtige Pilger hier“, sagt Nicole. Überall würden sie erkannt, im Supermarkt, abends beim Ausgehen.

Sieben Millionen Zuschauer wurden von Oktober bis Dezember Zeuge, wie es zur Beziehung kam. Sie sahen, wie beide kuschelten und knutschten. Aber auch, wie die Liebe plötzlich auf der Kippe zu stehen schien, als Nicole sagte, eine feste Beziehung komme nur infrage, wenn sie ihre Tiere auf den Hof mitbringen dürfe: Hunde, Hasen, Hühner und ein Pferd.

In den Fan-Foren im Internet kippte die Stimmung; viele meinten, dass es der Brandenburgerin nur um ihre Tiere gehe. Peter, sichtlich überrumpelt, bat erst einmal um Bedenkzeit. Er sagt heute, es sei wirklich so gewesen, drei Tage habe er nachgedacht. In der nächsten Folge entführte Peter seine Nicole mit verbundenen Augen auf die Teufelsburg in Felsberg – und gab der Verlegung ihres Privatzoos bei einem Glas Sekt seinen Segen: „Das wäre von meiner Seite kein Problem, ich hab mich nämlich schon richtig in dich verliebt.“

Feuilletonisten und Medienkritiker rätseln, wie stark die Lust am Fremdschämen eigentlich sein müsse, damit Woche für Woche Millionen Menschen die Kuppel-Show einschalten. In den vergangenen Jahren kamen Meldungen über Knebelverträge und Manipulationen hinzu. Bei den Dreharbeiten wurde nach den Worten von Peter und Nicole aber keine Szene gestellt. „Das war keine Schauspielerei“, sagt Nicole.

Vor Drehbeginn hätten sie überlegt, was sie mitmachen – und was nicht. „Wir haben uns Gedanken gemacht, dass wir nicht peinlich werden“, sagt Nicole. Nicht in8frage gekommen wäre etwa eine Badewannen-Szene. Dafür sahen die Zuschauer aber, wie beide in der Nied planschten und sich darüber unterhielten, wo ihre überzähligen Kilos herkommen. Im Nachhinein, sagen beide, wäre es ihnen lieber gewesen, RTL hätte stattdessen die gemeinsame Reitstunde auf dem Linslerhof gezeigt.

Seit Oktober wohnt Nicole auf dem Hof. Nachwuchs war schon ein Thema, als sie noch gar kein Paar waren: Als sich Peter vor laufender Kamera entscheiden musste, welche Frau er probeweise mit auf seinen Hof nimmt, sagte er: „Zu dritt sein, wäre ja schon schön.“ Überstürzen möchten sie nun aber nichts. „Wir wollen erst einmal zusammenwachsen“, sagt der Bauer.


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