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Bauernverband: Lebensmittel werden teurer

Was für den Verbraucher schlecht ist, ist für die Landwirte grundsätzlich gut: Die Preise für Obst, Gemüse und Fleisch werden nach Schätzungen des Bauernverbandes weiter steigen. Der Verband rechnet mit einem Plus von vier Prozent – „und das ist gut so“, sagte gestern Bauernpräsident Joachim Rukwied bei der Vorstellung des Situationsberichts seiner Zunft in Berlin. Schließlich kämpfe die Bauernschaft ständig mit wachsenden Kosten. Und trotz der Preiserhöhungen blieben Nahrungsmittel in Deutschland weiterhin „recht günstig“. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Bericht.

Inwieweit profitieren die Landwirte von steigenden Preisen?

Weniger, als man gemeinhin denkt. Von einem Euro, den Verbraucher für Nahrungsmittel ausgeben, erhält die Landwirtschaft durchschnittlich nur noch 25 Cent – in den 70er Jahren war die Summe fast doppelt so hoch. Der Rest verbleibt bei Handel oder Vertrieb. Der Anteil am Endverkaufspreis bei Milchprodukten beträgt zwar 38 Prozent, bei Fleisch 24 Prozent. Beim Brot hingegen liegt er nur bei 6,7 Prozent. Bei einem Brötchen sind es sogar gerade mal zwei Prozent.

Wie haben sich die Einkommen der Bauern entwickelt?

Die Stagnation ist vorbei. Neun Prozent mehr als im Vorjahr haben die Bauern im Wirtschaftsjahr 2012/2013 eingenommen, durchschnittlich lag das Unternehmensergebnis bei 62 900 Euro. Vor allem Ackerbauern konnten wegen besserer Ernten kräftig gewinnen, Schweinehalter verbesserten wegen höherer Preise ebenfalls ihr Ergebnis, während Milchviehbetriebe wegen gestiegener Futterkosten Einbußen hinnehmen mussten. Der einzelne Bauer verdiente nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben gut 3000 Euro im Monat, musste damit aber noch Investitionen stemmen. Fakt ist auch: Wegen modernerer Maschinen und durch Zuchtfortschritte erzeugen immer weniger Landwirte immer mehr.

Was verbrauchen die Deutschen am meisten?

Knapp 83 Kilogramm Brot und Brötchen werden laut Bericht pro Kopf und Jahr verzehrt. Damit sind die Deutschen Spitzenreiter in der Europäischen Union. Steigende Verbrauchszahlen hat der Bauernverband auch bei Gemüse (95,7 Kilo pro Kopf) und Käse (23,7 Kilo) festgestellt. Rückläufig ist dagegen der Verzehr von Kartoffeln (65,7 Kilo) und Butter (6,2 Kilo). Jeder Deutsche isst zudem 217 Eier pro Jahr und 90 Kilo Fleisch.

Wie viel Geld geben die Verbraucher für Nahrungsmittel aus?

Die Deutschen knausern offenbar. Laut Situationsbericht sind es 170 Milliarden Euro, die sie für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke ausgegeben haben. Das ist ein Anteil von knapp zwölf Prozent an den gesamten Verbraucherausgaben. Hinzu kommen rund 45 Milliarden Euro für Alkohol und Tabakwaren. Die jüngsten Einkommenssteigerungen würden von den Deutschen lieber für Wohnen, Freizeit oder Gesundheitspflege ausgegeben. has
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