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Baumängel: Ministeriums-Umzug in Alte Post verzögert sich

Die Alte Saarbrücker Hauptpost sollte ab November das Kultusministerium beherbergen. Wann der Umzug stattfindet, ist jetzt völlig
offen.

Die Alte Saarbrücker Hauptpost sollte ab November das Kultusministerium beherbergen. Wann der Umzug stattfindet, ist jetzt völlig offen.

Nicht bezugsfertig, so lautete die Diagnose der Mitarbeiter des Liegenschaftsamtes nach einer Begehung der Alten Hauptpost in Saarbrücken. Bereits zum dritten Mal verschiebt sich damit der Umzugstermin für die Mitarbeiter des Kultusministeriums. Die brauchen ein Ausweichquartier, denn das jetzige Gebäude des Kultusministeriums an der A 620 in Saarbrücken, das 1954 von Georges-Henri Pingusson als französische Botschaft errichtet worden war Gebäude, ist baufällig. Neuer Ministeriumsstandort während der auf fünf Jahre kalkulierten Sanierungsphase sollte die ebenso denkmalgeschützte Alte Hauptpost, die die Saarbrücker Munitor Gruppe für 20 Millionen zum Bürohaus umgestaltete, werden.

Aber wie lange zieht sich das noch hin? Seit 2012 wird gebaut. Weder das für Immobilienfragen zuständige Finanzministerium noch Munitor-Geschäftsführer Patrick Müller wollten gestern über einen neuen Umzugstermin eine Aussage treffen. Was so viel bedeutet, als dass er auf unbestimmte Zeit verschoben wird.

Warum? Teilweise sind Böden noch nicht verlegt, weil der Estrich nicht trocknete. Dadurch war das Verlegen der EDV-Kabel nicht möglich. Auch Türen sind noch nicht eingebaut, weil die Transportwege für die riesigen denkmalgerechten Spezialfenster frei bleiben müssen. Letztere sind laut Müller, wie bereits bei der Umzugs-Verschiebung im Juli, der Haupthinderungsgrund für den Baufortschritt. Es gebe weiterhin Lieferprobleme. „Ich kann nichts beschleunigen, ich muss es akzeptieren“, sagt er. Und Regressforderungen stellen? Denn ab heute wird es teuer. Die Landesregierung bestand im Juli auf der Vereinbarung einer Vertragsstrafe. 3000 Euro pro Tag Verzögerung muss Munitor laut Finanzministerium für die Räume in den oberen Geschossen zahlen. Für das Erdgschoss gilt eine Sonderregelung: Ab 16. November fällt eine Strafe von 1000 Euro an. Zusätzlich seien Schadenersatzforderungen möglich, so das Ministerium.

Weiter unklar ist auch, ob das Kultusministerium jemals aus der Alten Post zurückkehren wird. Die Landesregierung erwägt andere Nutzungen des Pingusson- Baus, etwa als „Europahaus“. Dort könnten deutschfranzösischen Institutionen – etwa das Deutsch-Französische Jugendwerk oder die Deutsch- Französische Hochschule – unterkommen. Wie teuer das wird? Über die Sanierungskosten wird nachdrücklich geschwiegen. ce

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