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Baumarkt-Kette Hellweg soll Max Bahr übernehmen

Der Verkauf der Praktiker-Tochter Max Bahr geht in den Endspurt: Der Gläubiger-Ausschuss von Max Bahr hat gestern beschlossen, Verhandlungen über einen Verkauf nur noch mit der Baumarkt-Kette Hellweg zu führen. Bis Ende Oktober solle es einen unterschriftsreifen Vertrag geben, teilte Insolvenzverwalter Jens-Sören Schröder mit.

Schröder betreut ausschließlich die 78 ursprünglichen Max-Bahr-Märkte. Die 54 Praktiker-Märkte, die im Rahmen des Sanierungskonzeptes der Praktiker-Gruppe zu Max Bahr umgeflaggt wurden, sind von den Verhandlungen nicht betroffen. Für sie hat deren Insolvenzverwalter Christopher Seagon nun auch Einzel- oder Paketlösungen angekündigt. Um den Verkauf an andere Baumarkt-Ketten zu ermöglichen, die Interesse angemeldet haben, soll Ende kommender Woche der Abverkauf in den Märkten beginnen. Davon ist auch der Max-Bahr-Markt in Neunkirchen betroffen. Für den Neunkircher Standort hätten bereits Hellweg, Obi, Globus und Toom Interesse angemeldet, hieß es aus dem Unternehmen.

Dass nun exklusiv mit Hellweg verhandelt werden soll, liegt nach Aussagen aus Verhandlungskreisen an der Weigerung des Max-Bahr-Vermieters Moor Park, dem der größte Teil der Immobilien gehört, die Mieten zu senken. Während Hellweg wohl bereit ist, höhere Mieten zu akzeptieren, hat der zweite Interessent, die saarländische Globus-Gruppe, Mietsenkungen gefordert. Weder der Moor-Park-Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann noch die Royal Bank of Scotland als größter Gläubiger von Moor Park seien aber gesprächsbereit gewesen, heißt es.

Dass die Übernahme von Max Bahr durch Hellweg klappt, ist aber noch nicht sicher: Bisher sei nur beschlossen worden, dass exklusiv verhandelt werden soll, heißt es aus Verhandlungskreisen. Hellweg habe noch kein schlüssiges Finanzierungskonzept vorlegen können. Globus dagegen könne die Übernahme aus dem Eigenkapital finanzieren.

Für die Ex-Praktiker-Zentrale in Kirkel, die mittlerweile dem Land gehört, wäre bei einer Übernahme durch Hellweg die Zukunft unsicher, denn die Dortmunder Baumarkt-Kette favorisiert eine Fokussierung auf Hamburg. Jedoch sind IT und Rechnungswesen bislang in Kirkel angesiedelt. Insofern ist Wirtschaftsstaatssekretär Jürgen Barke (SPD) weiter optimistisch, dass Kirkel gebraucht wird. „Wir werden jetzt beim Insolvenzverwalter anfragen, ob er bereit ist, in die bestehenden Mietverträge einzusteigen“, sagt Barke. „Wenn die Immobilie allerdings nur noch über eine kürzere Laufzeit gemietet werden soll, bis in Hamburg entsprechende Strukturen aufgebaut sind, werden wir möglicherweise eine andere Entscheidung treffen.“ Sprich: Max Bahr könnte möglicherweise ohne Abteilungen dastehen, die für das Funktionieren des Geschäftsbetrieb dringend erforderlich sind.

Heute wird Udo Gröner, Insolvenzverwalter der Praktiker AG, die Mitarbeiter in Kirkel voraussichtlich über den Stand informieren. Für ein Statement war er gestern nicht erreichbar.
 

MEINUNG

Pokerspiel um Max Bahr

Von SZ-Redakteur Joachim Wollschläger

Dass Max Bahr wirklich an Hellweg verkauft wird, ist längst noch nicht sicher. Der Vermieter Moor Park hat zwar bewirkt, dass nun mit dem ihm genehmen Käufer verhandelt wird, doch letztlich muss auch die Finanzierung stimmen. Und Hellweg ist der weniger solvente Bieter. Und auch aus dem Saarland droht Ungemach. Wenn das Saarland in Kirkel den Stecker zieht, steht Max Bahr plötzlich ohne wichtige Abteilungen da. Ein nicht unerhebliches Druckmittel. Klar ist nur, dass für die umgeflaggten Märkte nun zeitnah auch andere Käufer gesucht werden. Für Neunkirchen ist das ein gutes Signal. Der Markt gilt als Premium-Standort und wird sicher zeitnah Interessenten finden.  

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