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Baumwipfelpfad an der Cloef: Wurde Öffentlichkeit getäuscht?

Nicht jeder Rollstuhlfahrer schafft es ohne Hilfe nach oben. Foto: rup</p>

Nicht jeder Rollstuhlfahrer schafft es ohne Hilfe nach oben. Foto: rup

„Wir wollen mit dem Pfad jeden erreichen, auch Mütter mit Kinderwagen und Menschen mit Rollatoren“, sagte Bernd Bayerköhler von der Erlebnis Akademie AG im Juli 2015, als er die Pläne für den Baumwipfelpfad an der Saarschleife vorstellte.

Die Grünen-Landtagsfraktion berichtet nun von Beschwerden von Rollstuhlfahrern, die Schwierigkeiten hätten, den im Juli 2016 eröffneten Turm zu befahren. So seien die Handläufe der Rampen zu hoch angebracht. Auch seien Gefällstrecken zwischen den Ruhepodesten länger als zulässig. An einer längeren Gefällstrecke habe ein Rollstuhlfahrer zudem zusätzlich zur Längsneigung eine Querneigung festgestellt. „Die Erlebnis Akademie AG hat auf ihrer Homepage nach Eröffnung des Baumwipfelpfades an der Cloef explizit mit dessen Barrierefreiheit geworben. Dass öffentlich zugängliche Bauten barrierefrei gestaltet werden müssen, ist im Übrigen auch in Paragraf 50 der Landesbauordnung festgeschrieben“, sagt Grünen-Fraktionschef Hubert Ulrich . Aus der Antwort der Landeregierung auf eine Anfrage der Grünen gehe hervor, dass diese überhaupt nicht gegeben sei. „Hier ist es in der Vergangenheit also zu einer Irreführung der Öffentlichkeit gekommen“, sagt Ulrich. Der Baumwipfelpfad sei mit 300 000 Euro aus öffentlichen Mitteln gefördert worden. Die Fraktion habe sich daher an den Landesrechnungshof gewandt, der die Rechtmäßigkeit der Zuschüsse überprüfen soll.

In der Antwort der Landesregierung heißt es, Ziel der Erlebnis Akademie AG sei es gewesen, den Baumwipfelpfad „weitestgehend barrierefrei“ zu gestalten. Zwar gebe es am Aussichtsturm eine Abweichung von der maximalen Rampenlänge, doch sei deswegen bei jeder Richtungsänderung ein waagerechtes Podest eingebaut worden. Der Betreiber stelle zudem geschultes Personal bereit, um Menschen zu helfen, die den Pfad nicht alleine bewältigen können. Das Landratsamt in Merzig habe dem Bauantrag zugestimmt. Der Behindertenbeauftragte des Kreises habe den Pfad zweimal begangen und nichts beanstandet.

Die Regierung weist darauf hin, dass das Unternehmen auf der Homepage nicht mit Barrierefreiheit werbe, sondern damit, dass der Pfad „barrierearm“ konstruiert ist. Screenshots, die die Grünen im Oktober angefertigt haben, zeigen jedoch, dass die Firma mit „Barrierefreiheit“ warb – diese Angabe wurde inzwischen in „barrierearm“ geändert.

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