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Baustelle erhöht Parkplatzfrust im Nauwieser Viertel

Einen Parkplatz im Nauwieser Viertel zu finden, ist schwierig. Es gibt mehr Bewohner als Bewohnerparkplätze. Diese Baustelle in der Nauwieser Straße verschärft die Situation. Foto: Becker & Bredel

Einen Parkplatz im Nauwieser Viertel zu finden, ist schwierig. Es gibt mehr Bewohner als Bewohnerparkplätze. Diese Baustelle in der Nauwieser Straße verschärft die Situation. Foto: Becker & Bredel

Seit Januar sammelt Andreas Folz „Knöllesja“. 15 sind es bereits, sagt er. Alle sind in der Nähe seiner Wohnung ausgestellt worden – wegen Falschparkens. Dabei hat er einen Anwohnerparkausweis. Für den hat er bezahlt. Viel wert sei das Stück Papier aber zurzeit nicht.

 

Wie Andreas Folz geht es seit gut fünf Monaten einigen Bewohnern der Nauwieser Straße und deren Umfeld. Dort wurde erst ein Haus abgerissen, nun wird ein neues gebaut. Dass da Container für den Schutt standen und jetzt Parkplätze einem Kran weichen mussten, sei normal, sagt Marwan Amr, der Wirt der Kneipe „Bleistift“ direkt neben der Baustelle. Was aus seiner Sicht „nicht normal“ ist, sei das Ausmaß der Absperrung. Vor der Kneipe wurde ein Bauzaun aufgestellt. Da wird aber gar nicht gebaut. Morgens kommen die Arbeiter, öffnen den Bauzaun, stellen ihre Autos hin und schließen den Bauzaun wieder. Den Anwohnern werden so Parkplätze weggenommen, ärgert sich auch Andreas Folz. Was um so ärgerlicher sei, weil wegen der Baustelle auch die Parkplätze auf der anderen Straßenseite weg sind.

 

Auch Anne Müller, die die Stadtverwaltung Anfang Mai „im Namen vieler Anwohner“ angeschrieben hat, hält den Bauzaun für „sinnlos“, weil er „weit über den eigentlichen Baustellenbereich hinausgeht und auch nicht im Zusammenhang mit dem Neubau des Hauses oder des Gefahrenbereichs steht“. Es sei auch unklar, „auf welcher Basis der Bauherr eine Genehmigung zum Absperren einer halben Straße bekommen“ habe. „Wir zahlen schließlich auch fürs Parken und haben es auch mit den acht Parkplätzen nicht leicht, einen Parkplatz zu finden – abgesehen davon, dass man seit Monaten nichtmal seine Einkäufe vorm Haus ausladen kann“, schreibt sie.

 

Die „Organisation einer solchen Baustelle“ sei „nicht einfach“, teilte das Ordnungsamt ihr daraufhin mit. Und: „Leider ist es in einem solch sensiblen Bereich nicht möglich, jeden Parkplatz aufrechterhalten zu können.“ Der Rohbau des Gebäudes sei „bis Ende Juni geplant, danach sollte die Baustelle in der jetzigen Form nicht mehr existieren“.

 

In welcher Form auch immer die Baustelle dann existiert, es wäre gut, wenn das Ordnungsamt so flexibel wäre, den Anwohnern, die ihr Auto auf nicht speziell für sie ausgewiesene Parkplätze stellen, während der Bauzeit kein Knöllchen zu verpassen, sagt Andreas Folz. „Dass das Ordnungsamt keine Flexibilität zeigt, nervt mich am meisten“, sagt er.

 

In der betroffenen Anwohnerparkzone gebe es 334 Bewohnerparkplätze, hält Stadtpressesprecher Thomas Blug dagegen. Nur sechs davon seien gesperrt. Daher bestehe „keine Notwendigkeit“, dass Bewohner woanders parken, ohne dass das Ordnungsamt Knöllchen verteilt. Denn das Ausweichen auf eine andere Anwohnerparkzone würde die Anwohner dort „benachteiligen“.

 

Zum Thema Genehmigung erklärt Blug: Der Bauunternehmer „darf einen Baukran aufstellen, die abgesperrte Fläche kurzfristig zum Anliefern und als Lagerfläche nutzen“. Es gebe „keine Erlaubnis, Fahrzeuge innerhalb der zur Verfügung gestellten Fläche abzustellen“. Das Ordnungsamt werde das kontrollieren. Auch da hört beim Parken der Spaß auf.
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