L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Baustellen sorgen für Dauerstau in Saarbrücken

Baustellen sorgen für Dauerstau in Saarbrücken.

Baustellen sorgen für Dauerstau in Saarbrücken.

Saarbrücken. Auf Straßen, die zu den wichtigsten im Land gehören, bremsen Baustellen, verengte oder gar gesperrte Fahrbahnen den Verkehr. Vor allem der Berufsverkehr nervt. „Es ist grausam, ein echtes Geduldsspiel“, sagt Elke Knobloch aus Schiffweiler. Sie ist von den Bauarbeiten an der Dudweiler Landstraße und Am Kieselhumes betroffen. „Selbst früher losfahren bringt nichts. Jetzt fahre ich Schleichwege und brauche ‚nur’ 15 Minuten länger“, sagt Knobloch. Dabei muss Knobloch anders als Kerstin Syma aus Lebach nicht mal an der Baustelle auf der Westspange vorbei. „Ich brauche morgens nun 20 Minuten länger zur Arbeit“, sagt Syma resigniert. „Wenn ich nur fünf Minuten später aus dem Haus komme, habe ich verloren“, seufzt sie und nimmt trotz der Umleitung über Malstatt mit der Westspange Vorlieb.

„Die Umleitung bringt mir nichts“, sagt sie. Auch den Weg durch die Stadt scheut sie, in der sich die Autos auf der St. Johanner Straße oft bis zur Europagalerie stauen. So bleibe für die Fahrt zur Arbeit am Römerkastell nur die Westspange. Eine tägliche Geduldsprobe. Kritik an der Baustellen-Planung kommt auch aus der Politik. „An allen Ecken und Enden stockt der Verkehr, weil es so viele Behinderungen durch Baustellen gleichzeitig gibt. Das muss geändert werden“, fordert der Fraktionschef der Rats-Linken, Rolf Linsler. Marcus Rauch vom städtischen Tiefbauamt, der Bauleiter für die Arbeiten an der Westspange, findet, die Verkehrslage an der Westspange habe sich mittlerweile verbessert. „Besser als jetzt kann es nicht laufen“, versichert er.

Und die langen Staus in den ersten beiden Wochen der Bauarbeiten gingen aufs Konto von Falschparkern, die ausgerechnet die Ausweichroute in der Malstatter Brückenstraße blockiert hätten. „Doch zu den Spitzenzeiten im Berufsverkehr parkt da keiner mehr“, sagt Rauch. „Natürlich gibt es immer wieder mal Stau“, erklärt er, „aber kaum mehr als sonst auch.“ Das sieht Pendlerin Syma anders: „Es ist schlimmer geworden.“ Rauch empfiehlt, „vor 7 Uhr oder nach 9 Uhr zu fahren“ oder die Umleitung zu nutzen. „Die wird nicht richtig angenommen“, sagt er. Bald bleibt den Fahrern nichts mehr anderes übrig: Ab Juli ist auch die Abfahrt zur A 620 Richtung Völklingen dicht. Dann müssen die Fahrer die Alternativroute über Malstatt nehmen. „Dann erst schalten wir bei den Ampeln auf der Umleitung eine grüne Welle“, sagt Rauch. „Jetzt etwas zu ändern, wäre kontraproduktiv.“



„Es ist katastrophal“

Saarbrücker Verkehrsteilnehmer sind verärgert über die Baustellensituation in der Stadt Saarbrücken.

Patrick Platte (35), Angestellter, schildert seine Situation so: „Es ist katastrophal. Von der Baustelle an der Westspange bin ich weniger betroffen. Aber die Bauarbeiten an der Kreuzung Mainzer Straße beziehungsweise Am Kieselhumes sind ärgerlich“, sagt Platte. „Ich arbeite in der Nähe dieser Baustelle, und unsere Kunden müssen leider Umwege auf sich nehmen.“

Auch Uwe Küstner, Angestellter aus Saarbrücken, ist über die vielen Baustellen verärgert: „Täglich muss ich durch Baustellen in und um Saarbrücken durch. Sei es an der Westspange, Am Kieselhumes oder auch auf der Autobahn. Egal, welche Richtung man einschlägt, überall wird gebaut.“ Der 48-Jährige fährt aus diesem Grund morgens früher los, um rechtzeitig an seinem Arbeitsplatz zu sein.

Die Saarbrückerin Friede Weindorf (83) fährt selbst kein Auto mehr, fühlt sich aber als Fußgängerin von den Baustellen gestört: „Auch wenn ich nur zu Fuß oder mit der Bahn unterwegs bin, mich regen die Bauarbeiten auf“, sagt sie. „Ich habe heute beobachtet, wie ein Bauarbeiter arbeitet und sieben einfach nur miteinander reden.“ Als Fußgängerin werde sie oft genötigt, wegen der Bauarbeiten die Straßenseite zu wechseln.

Eventmanagerin Sabrina Wahrheit (31), die wir beim Einkaufen in der Stadt getroffen haben, ist beruflich viel unterwegs und aufgrund der Baustellen in Saarbrücken, wie sie sagt, „aufgeschmissen“. „In der Regel fahre ich eine halbe Stunde früher los. Das muss ich wegen der Baustellen auf der Autobahn und in der Stadt mit einplanen.“ bub


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