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Baute Diebesbande Waldhütte bei Schüren?

St. Ingbert. Eine Holzhütte im Wald bei Schüren hat kürzlich die St. Ingberter Förster Bodo Marschall und Martin Eberle in Staunen versetzt. Denn das Waldhaus nahe des Gasthauses Wommer wurde aus Totholz und ohne Nägel gebaut, dafür aber mit viel Liebe zum Detail. Schnell waren sich die Förster einig, dass es sich bei den fleißigen Baumeistern um Kinder handeln müsste.



„Rumänische Banden legen ähnliche Behausungen im Wald an“

Als sich kurz nach Erscheinen des Artikels in der Saarbrücker Zeitung Franz Merz, Leiter des Arbeitsbereiches Waffen und Sprengstoff beim Landeskriminalamt, bei den Förster meldete, geriet das Bild von Kindern, die im Wald spielen ins Wanken. „Rumänische Banden legen ähnliche Behausungen im Wald an“, erklärte Merz. Diese Vermutung sorgte bei Bodo Marschall im ersten Moment für Verwirrung. „Ich hielt aber an dem Gedanken fest, dass die Hütte in Schüren von Kindern gebaut wurde.“ Kriminalhauptkommissar Franz Merz kam mit Kollegen aus dem Bereich Eigentumskriminalität nach St. Ingbert, um sich vor Ort selbst ein Bild von dem Waldhaus bei Schüren zu machen. Für den Bau der Hütte wurde zunächst auf einer größren Fläche der Waldboden abgetragen. Mit der abgetragenen Erde wurde für die Seitenwände ein Wall angelegt und das Ganze schließlich mit Holzstämmen aufgestockt.  Im Innern der Hütte ist dadurch eine Raumhöhe von gut 1,70 Metern entstanden.


Bauweise ohne Nägel und ein Lehmofen

Schnell fanden die Experten Hinweise, die tatsächlich für eine Diebesbande aus Rumänien als Baumeister dieser Hütte sprechen könnten. „Wir haben in der Nähe der Hütte eine Latrine gefunden“, sagte Merz im Gespräch mit der SZ. Das passe nicht zu Kindern. Ebenso die Bauweise ohne Nägel und der Lehmofen in der Hütte. „Wenn Kinder vorhaben, ein Waldhaus zu bauen, dann bringen sie normalerweise Gegenstände von zuhause mit“, so der Hauptkommissar. Das sieht Förster Marschall inzwischen ähnlich. „Wenn ich als Kind im Wald ein Haus gebaut habe, dann hatte ich auch Hammer und Nägel dabei“, erinnerte sich Marschall und räumte ein. „Da waren wir wohl etwas blauäugig.“ Doch auch wenn die Kriminalbeamten Hinweise gefunden haben, die ganz typisch für rumänische Banden sind, gibt es noch kein Ermittlungsergebnis. Es gibt auch Fakten, die gegen eine Benutzung des Hauses durch Rumänen sprechen. „Untypisch ist, dass das Waldhaus so nah an einer Siedlung liegt“, so Merz. Da die rumänischen Banden in ihren Waldhäusern auch das erbeutete Diebesgut verstecken, ist das Risiko entdeckt zu werden nahe einer Siedlung recht groß. „Wir haben vor Ort auch die Erkenntnis gewonnen, dass auf jeden Fall Kinder an der Hütte gespielt haben“, betonte Merz. Die Beamten haben zum Beispiel Kügelchen von einer Softairwaffe gefunden.

Fest steht, dass im Raum St. Ingbert tatsächlich in der Vergangenheit Verstecke von Rumänen entdeckt worden sind.

Ob die Hütte bei Schüren aber einer Diebesbande als Unterschlupf gedient hat, ist noch ungewiss. Es gibt Hinweise, die dafür sprechen, es gibt aber auch Argumente dagegen.

Banden sind gefährlich

Kriminalhauptkommissar Merz war es wichtig, die St. Ingberter Förster zu sensibilisieren. Denn es sei gefährlich, auf solche Banden zu treffen. Dieses Ziel hat der Beamte erreicht. „Ich bin froh und dankbar für den Hinweis von Herrn Merz und habe unsere Waldarbeiter informiert“, so Marschall. Für den Förster hat seine Freude über ein naturnahes Waldhaus nun einen Dämpfer bekommen. „Es ist verrückt, aber jetzt freue ich mich, wenn ich ein Häuschen sehe, das mit Nägeln gebaut wurde.“ Und das der Wald ein wunderbarer Ort für Kinder und Erwachsene ist, daran hat sich für den Förster nichts geändert. Er wünscht sich, dass die Bürger ihren Wald genießen.

Kriminalhauptkommissar Merz nutzt die Geschichte mit dem Waldhaus in Schüren dazu, um grundsätzlich an etwas zu erinnern: „Wenn den Bürgern etwas Ungewöhnliches auffällt, sollen sie nicht Sherlock Holmes spielen und auf eigene Faust ermitteln, sondern die Polizei verständigen.“

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