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Bayerns Innen- Minister tadelt Saar- Justiz

Töging/Traunstein/Saarbrücken. Nach dem brutalen Überfall auf ein Mädchen in Bayern hat Landesinnenminister Joachim Herrmann (CSU) der Justiz schwere Versäumnisse vorgeworfen. Der Mann, der am Dienstag auf die 16-Jährige eingestochen und sie mit Benzin übergossen hat, war 2006 nach fast 14 Jahren aus einer psychiatrischen Anstalt entlassen und ins Gefängnis geschickt worden. „Ich habe null Verständnis für die Entscheidung des Landgerichts Saarbrücken, das im Jahr 2006 die dauerhafte Unterbringung von Matthias A. in der Psychiatrie für erledigt erklärt hat“, sagte Herrmann. „Matthias A. war als hochgefährlich und hoch rückfallgefährdet eingestuft.“ Seine Entlassung sei deshalb ein schwerer Fehler gewesen.

Das Landgericht Saarbrücken hatte die Unterbringung des 40-Jährigen, der nach Angaben der Traunsteiner Staatsanwaltschaft immer wieder als Sexualtäter aufgefallen war, für erledigt erklärt. Daraufhin war der Sexualverbrecher in Strafhaft. Im Oktober 2008 kam er wieder auf freien Fuß, blieb aber unter sogenannter Führungsaufsicht unter anderem mit polizeilicher Meldepflicht.
Die Vize-Sprecherin des Landgerichts Saarbrücken wies Herrmanns Vorwürfe zurück und erklärt, die Strafvollstreckungskammer des Gerichts habe seinerzeit gar nicht anders entscheiden können. Mangels einer gesetzlichen Handhabe habe sie den Mann „im Bewusstsein der bestehenden Gefährlichkeit“ „sehenden Auges“ in den Strafvollzug schicken müssen, damit er seine Restrafe absitzt. Die Strafvollstreckungskammer habe die Unterbringung des 40-Jährigen für erledigt erklärt, weil ein Gutachter die Auffassung vertreten habe, dass die dissoziale Persönlichkeitsstörung des Mannes diese Maßnahme nicht rechtfertige.

Für die Beantwortung der Frage, ob möglicherweise nachträglich Sicherungsverwahrung hätte angeordnet werden sollen, wäre das Landgericht Hildesheim zuständig gewesen, sagte die Sprecherin. Nach der Vergewaltigung einer Frau war der Mann 1992 vom Landgericht Hildesheim zu drei Jahren Haft und zur Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus verurteilt worden.Untergebracht wurde er im Saarland, wo er aufgrund dieses Urteils bis Februar 2006 in der Psychiatrie war.
Kurz nach dem Überfall in Töging am Inn war der mehrfach einschlägig vorbestrafte Tatverdächtige bei einer Ringfahndung festgenommen worden. Dem gebürtigen Mainzer, der Ende 2008 nach Töging gezogen war, werden versuchter Mord, versuchte Vergewaltigung, Freiheitsberaubung und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.
Den Ermittlungen zufolge hat der Mann der Schülerin auf einem Feldweg aufgelauert. Mit einem Messer in der Hand zwang er das Mädchen, vom Fahrrad abzusteigen. In einem Maisfeld versuchte er, die 16-Jährige zu vergewaltigen, dann stach er mit dem Messer etliche Male auf sie ein. Danach übergoss er sie mit Benzin und flüchtete mit ihrem Fahrrad. Der 40-Jährige hat die Tat gestanden, aber keine weiteren Angaben dazu gemacht. Die aus Töging stammende 16-Jährige erlitt eine Vielzahl von Stichverletzungen. Sie liegt in einem Krankenhaus.

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