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Beckinger Pfarrer soll Gemeinde wechseln - und legt sich mit Bischof an

Christoph Eckert

Christoph Eckert

Wer Christoph Eckert fragt, ob er ein Kirchenrebell sei, bekommt zur Antwort: „Ich bin ein treuer Diener der Kirche und halte mich an die kirchliche Ordnung.“ Wer sich im Trierer Generalvikariat nach dem Pfarrer im saarländischen Beckingen erkundigt, bekommt zur Antwort, dass Bischof Stephan Ackermann ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet habe, weil der Geistliche einer „mehrfach vorgetragenen Bitte“ seines Bischofs nicht entsprochen habe: Eckert möge doch bitte in eine andere Pfarrei wechseln.

Nach elf Jahren an einem Ort für einen katholischen Geistlichen eigentlich nicht ungewöhnlich. Der 50-Jährige vermutet aber einen anderen Grund hinter der Bitte: „Da gibt es Leute in der Pfarreiengemeinschaft, die Stimmung gegen mich gemacht haben.“ Und warum? „Ich habe einen konservativen Ruf“, sagt der vor seinem Wechsel ins Saarland mehrere Jahre im Kreis Trier- Saarburg eingesetzte Pastor.

Das Amtsenthebungsverfahren gegen einen nicht mit dem Gesetz in Konflikt gekommenen Geistlichen ist im Bistum Trier laut Eckert ein Novum. Gerade hat er dem Bischof noch einmal schriftlich erläutert, warum er nicht wechseln will. Zwei Mal hat er nach eigenen Angaben mit Ackermann über die Sache gesprochen, bei einem Gespräch sei auch der im Generalvikariat zuständige Priesterreferent Markus Nicolay dabei gewesen. Nicolay sei jedoch „menschlich problematisch“, so Eckert.

Das Ergebnis der beiden Gespräche war aus seiner Sicht jedenfalls unbefriedigend. „Ich habe denen gesagt, dass ich nicht freiwillig gehe“, sagte Eckert gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Unterstützung erhält er dabei nach eigenen Angaben von vielen Gläubigen in seiner Pfarreiengemeinschaft und einem Großteil der Gremien. Scharfe Kritik am Trierer Generalvikariat äußert etwa der Vorsitzende des zur Beckinger Pfarreiengemeinschaft gehörenden Pfarrgemeinderats Haustadt, Georg Fey. „Wir fühlen uns übergangen“, sagt Fey, „mit uns hat über den Fall niemand gesprochen.“ Dabei betone Trier doch immer, wie wichtig die Räte seien. „Aber wohl nur, wenn es darum geht, denen die Kartoffeln aus dem Feuer zu holen“, mutmaßt Fey und kündigt an: „Wir werden für unseren Pfarrer kämpfen.“

Es ist nicht das erste Mal, dass Eckert für Schlagzeilen sorgt. Zuletzt, weil abstruse Thesen einer Yoga-Kritikerin im Pfarrbrief veröffentlicht wurden. Vor sechs Jahren war es eine angebliche Backpfeife Eckerts, die ihn in ein schlechtes Licht rückte. „Wir sind wie eine große Familie“, schreibt der umstrittene Pastor nun im neuesten Pfarrbrief. Ein Sprecher des Bistums sagte unserer Zeitung, dass der Pfarrer bis zum Abschluss des Verfahrens im Amt bleibe. Im nächsten Schritt könne der Bischof ihn mit einem Dekret des Amtes entheben und einen Pfarrverwalter einsetzen, sagt Eckert.

Gegen ein solches Dekret will er vorgehen. Am Donnerstag wollen Gläubige Solidaritätsaktionen für ihren Pastor und Protestaktionen gegen das Generalvikariat beschließen. sey

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