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Begräbnis zu teuer: Urnen-Beisetzung für 70 Prozent aller Saarländer

Mittlerweile ist durchschnittlich jede zweite Bestattung im Saarland eine Urnenbeisetzung. Nach Angaben des Bestattungs- Verbands ist diese Form der Beisetzung vor allem wegen der geringeren Kosten gefragt.

Von SZ-Mitarbeiterin Heike Theobald


Saarbrücken
. Der Trend zu Urnenbeisetzungen hält an. Die Tendenz zeichne sich seit etwa fünf Jahren ab, sagt Bernd Naumann, Vorsitzender des Bestattungsverbandes im Saarland. Es gebe allerdings regionale Unterschiede. Während in ländlichen Gegenden bislang diese Bestattungsform bei etwa 30 bis 50 Prozent liege, wie Naumann schätzt, sind es in größeren Kommunen bereits bis zu 70 Prozent. „Aber auch im ländlichen Raum sehe ich einen Wandel“, sagt Naumann.

In der Landeshauptstadt stieg die Zahl an Urnenbeisetzungen zwischen 2005 und 2009 um zehn Prozent. Von Januar bis August 2010 sind in Saarbrücken 1284 Menschen beigesetzt worden, davon 920 Urnenbestattungen – das sind über 70 Prozent. 281 Bestattungen zählt Saarlouis in diesem Jahr, davon 189 Urnenbeisetzungen, also 68 Prozent. Vor fünf Jahren waren es noch 53 Prozent. In St. Wendel lag der Anteil der Urnenbeisetzungen an allen Bestattungen im Jahr 2005 bei 35 Prozent, heute sind es 50 Prozent.

Erdbestattung oder Urnenbeisetzung? Die Wahl der Bestattungsform sei für Angehörige oft nicht einfach. Ein Grund, der für eine Feuerbestattung spreche, sei zunächst der finanzielle Aspekt, so Naumann. Die Beisetzung, die Kosten für das Grab und die Grabpflege seien geringer als bei einer Erdbestattung, zudem seien die Kosten für die Grabpflege niedriger.

„Außerdem gibt es heute mehr Bestattungsmöglichkeiten als noch vor Jahren“, erklärt Naumann. Je nachdem, was eine Kommune anbiete, könne die Urne im vorhandenen Familiengrab oder in einem Einzelgrab, in Urnenreihen oder Wänden, in einem Friedwald oder als Baum-Grab beigesetzt werden. So vielfältig die Bestattungsmöglichkeiten sind, so unterschiedlich sind auch die Kosten und Gebühren. „Was eine Feuerbestattung kostet, kann man nicht pauschal sagen, das ist von Kommune zu Kommune unterschiedlich“, erklärt Naumann. Neben Bestattungskosten kommen Friedhofsgebühren hinzu, der Kauf einer Grabstelle und eines Grabsteins.

Mit der Entscheidung, welche Bestattungsform gewählt werden soll, tun sich Angehörige oft schwer, wie Naumann erklärt. „Oft quält die Ungewissheit, welche Beisetzung sich der Verstorbene gewünscht hätte“, sagt er. Naumann rät, das Thema nicht zum Tabu zu machen, offen in der Familie über die Wünsche und Vorstellungen einer Beerdigung zu reden. Naumann spricht von einer „Bestattungsvorsorge“, die eine „enorme Hilfestellung für die Hinterbliebenen“ sein könne.

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