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Behörde: Cattenom bei Beben nicht gut gesichert

Saarbrücken. Erneut ist im Kernkraftwerk Cattenom eine Sicherheitslücke entdeckt worden. Wie die französische Agentur für nukleare Sicherheit (ASN – Agence de Sûreté Nucléaire) in ihrem jüngsten Bericht im Internet schreibt, ist der Block I des Kraftwerks an der Mosel nicht ausreichend gegen Erdbeben gesichert. Insgesamt, so die ASN, seien in Frankreich neun Atommeiler von diesem speziellen Problem betroffen, und zwar neben dem Standort Cattenom auch Belleville, Flamanville, Saint-Alban sowie Paluel. Die Erdbebensicherheit wurde im konkreten Fall für die Lagerung der abgebrannten Brennelemente untersucht, die hoch radioaktiv sind und starke Hitze entwickeln. Was passieren kann, wenn diese nicht ausreichend gekühlt werden, hat sich 2011 im japanischen Kraftwerk Fukushima gezeigt. Dort waren Brennelemente wegen mangelnder Kühlung geschmolzen und hatten Radioaktivität in hohem Maße freigesetzt.

Zur Erdbebenproblematik in Cattenom heißt es erläuternd in der ASN-Nachricht: „Das Gebäude für die Brennelemente ist mit einem Kreislauf für die Ventilation und die Filterung der Luft ausgestattet.“ Dieses System funktioniere zweigleisig und könne auch dann noch stabile Temperaturen für Bedienungsmannschaft und Material garantieren, wenn eine der beiden Ventilationsschienen ausfalle. Allerdings warnt die ASN: „Der Sicherheitsbericht für die betroffenen Reaktoren verzichtet auf die Forderung, dass das Ventilationssystem einem Erdbeben standhalten muss.“ Jüngere Studien des Nuklear-Betreibers EdF hätten ergeben, dass ein längerer Ausfall des Ventilationssystems auch dazu führen könnte, dass die Pumpen, die die Wasserhaltung in den Abklingbecken der Bennelemente sicherstellen sollen, nicht mehr funktionierten. Um dieses Problem zu beheben, schlägt die ASN der EdF vor, die Kühlung für die Abklingbecken so zu verändern, dass sie auch dann zur Verfügung stehe, wenn die Ventilation, etwa in Folge eines Erdbebens, ausgefallen sei. Das hier beschriebene Problem wird von der ASN auf Stufe 1 der siebenstufigen Störfallskala eingeordnet, ohne Folgen für die Arbeitskräfte und für die Umwelt.

Unterdessen hat ein noch größeres Problem, das im Januar im Röhrensystem der Abklingbecken der Blöcke II und III von Cattenom entdeckt worden war, Konsequenzen für den gesamten französischen Nuklearpark. Wie ausführlich in unserer Zeitung berichtet, war im Januar entdeckt worden, dass an zwei Abklingbecken für abgebrannte Brennelemente Belüftungslöcher fehlten, so genannte „Casse-Siphons“, die verhindern sollten, dass das Kühlwasser bei einem Leitungsbruch oder falsch gestellten Ventilen aus den Becken komplett abgesaugt würde – mit der Folge einer Überhitzung der Brennelemente. Nach einer Überprüfung weiterer Kraftwerke unter dem Aspekt eines Siphon-Effekts in den Abklingbecken geht die ASN davon aus, dass Leitungsbrüche ebenfalls zu einer Absaugung des Kühlwassers führen könnten, trotz vorhandener Belüftungslöcher. Um dies zu verhindern sollten deshalb in den Abklingbecken aller Atommeiler Frankreichs bis zum Jahr 2014 absaugsichere Leitungen installiert werden, verlangt die ASN.

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