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Bei Halberg Guss tut sich was

Saarbrücken. Der insolvente Autozulieferer Halberg Guss „ist auf gutem Weg“. So jedenfalls schätzen die Insolvenzverwalter Michael Blank und Franz Abel die Situation ein. Das Verfahren scheint in die Zielgerade zu laufen. Auf der Gläubigerversammlung, die morgen stattfindet, sollen die drei Interessenten, die Halberg Guss übernehmen wollen, ihre Konzepte vorstellen.

Bei den potenziellen Investoren handelt es sich zum einen um ein Konsortium, das aus der Essener Gießerei-Gruppe Dihag und dem Private Equity Fonds Orlando besteht. Beide kennen sich mit Gießereien aus. Die Dihag verfügt über elf Gießereien in Deutschland, Ungarn, Polen und China. Sie stellen unter anderem Schiffspropeller, Druckzylinder, Kupplungen oder Dampfturbinen-Gehäuse (Buderus-Spezialguss, Wetzlar) her. Zu Orlando gehört Buderus Guss (ebenfalls Wetzlar), die zusammen mit den Tiroler Röhren- und Metallwerken unter Duktus firmieren. Duktus gießt Rohre für Wasser- und Abwasser-Leitungen. Halberg Guss ist auf Motorblöcke, Kurbelwellen und Ölwannen für Pkw und Lkw spezialisiert. „Die beiden Gießerei-Gruppen würden sich gut ergänzen“, sagt ein Insider.

Das ist bei dem zweiten Interessenten, der Fritz Winter Eisengießerei im hessischen Stadtallendorf, nicht der Fall. Denn Fritz Winter hat neben anderen Gussteilen auch den Bereich Motorblöcke im Programm.
Dritter Interessent ist der niederländische Private-Equity Fonds HTP Investments B.V. aus Venlo. Halberg Guss-Insolvenzverwalter Abel kennt die Niederländer bereits. Er beriet sie im Herbst 2009 bei der Übernahme des insolventen Autozulieferers Geiger (Plastikteile aus Spritzguss) mit Sitz in Murnau.

Mit einem Zuschlag darf morgen noch keiner der Interessenten rechnen. Aus dem Gläubigerausschuss gibt es Hinweise, dass zunächst ein Spezialist für „Merger& Akquisition (M&A)“ (Fusionen und Firmenkäufe) eingeschaltet werden soll, der die Angebote der drei Interessenten prüfen soll. Dennoch mahnt die Landesregierung zur Eile. „Wir wollen eine rasche Entscheidung, damit keine Aufträge verloren gehen und neue hereingeholt werden können“, sagt Wirtschafts-Staatssekretär Joachim Kiefaber. Halberg Guss ist seit dem 19. Juni 2009 insolvent.

Die Werke von Halberg Guss in Saarbrücken (1100 Beschäftigte) und Leipzig (700 Mitarbeiter) „sind zurzeit sehr gut ausgelastet“, so die Insolvenzverwalter. Dennoch werden weiter rote Zahlen geschrieben. Doch die Autobauer, die ihre Teile von der Gießerei beziehen, gleichen die Verluste derzeit noch aus. Um aus den roten Zahlen zu kommen, müssen nach Ansicht der Beteiligten die Produktpreise angehoben werden. Außerdem soll die Arbeitszeit der Beschäftigten erhöht werden – allerdings ohne Lohnausgleich. Der neue Investor muss darüber hinaus knapp 60 Millionen Euro investieren, um Halberg Guss langfristig wettbewerbsfähig zu machen. 





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