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Bei Kälte kämpft Wehr mit Kaminbränden

Seit im Saarland MInusgrade herrschen, mehren sich die Kaminbrände. Wie es dazu kommt, erklärt Harald Becken, Landesinnungs- Meister der saarländischen Schornsteinfeger.

Was ist überhaupt ein Kaminbrand?

Es handelt sich dabei um Rußbrände im Schornstein. Bei falschem Heizen kommt es zur unvollständigen Verbrennung, was zu Glanzruß führen kann. Das ist harter, an den Schornsteinwänden abgelagerter Ruß. Der kann sich durch Funken entzünden.

Wie kann es dazu kommen?

In 99 Prozent aller Fälle heizen die Leute falsch, verwenden schlechte Brennstoffe wie zum Beispiel nasses Holz. Seine Gase steigen zum Teil unverbrannt in den Kamin und lagern sich dort ab.

Warum ist das so gefährlich?

Die große Gefahr besteht darin, dass, sollte der Glanzruß sich entzünden, Temperaturen bis zu 1600 Grad entstehen. Er vergrößert dann sein Volumen bis zum Zehnfachen. Dadurch kann es zur Verpuffung kommen.

Warum passiert das gerade jetzt so häufig?

Durch die enorme Kälte heizen die Leute sehr stark. Das Kuriose ist, dass die kalten Temperaturen an den Schornsteinwänden den gefährlichen Vorgang verstärken. Wäre es draußen wärmer, käme es tatsächlich auch seltener zu Kaminbränden.

Schornsteinfeger kontrollieren regelmäßig die Kamine der Häuser. Verhindert das die Brände nicht?

Es ist so: Bei den derzeitigen Umständen - eisige Luft und starkes, falsches Heizen - kann sich schon innerhalb einer Woche der Schornstein zusetzen. Da greifen die Kontrollen natürlich nicht mehr. Wenn wir aber Glanzruß rechtzeitig entdecken, brennen wir ihn kontrolliert ab.

Was müssen die Leute beim Heizen beachten?

Kein feuchtes oder nasses Holz verbrennen. Nur zugelassene Brennstoffe für die entsprechende Feuerstätte, siehe Bedienungsanleitungen, und kein Müll!

Was tun, wenn der Kamin dann doch mal brennt?

Schnell die Feuerwehr rufen und raus aus dem Haus. Wenn möglich, vorher brennbare Teile wie Schränke von dem Schornstein wegrücken. Bloß nicht mit Wasser löschen! Das verdampft, dehnt sich aus und kann zu schweren Schäden im Mauerwerk führen.
Die Fragen stellte Alexander Manderscheid.



Kaminbrände sind derzeit ein Riesenproblem der Saar-Feuerwehr: Allein in dieser Woche brannten schon Schornsteine etwa in St. Ingbert, Schmelz, Alsweiler, Heusweiler und Sulzbach. Bewohner wurden verletzt, es entstand Sachschaden in einer Höhe von mehreren Tausend Euro. Gestern musste die Feuerwehr auch in Sulzbach den Brand eines Kamins löschen.

In Niederwürzbach brannte eine Kerze unbeaufsichtig ab. Die Folge: starke Rauchentwicklung, hoher Schaden. Zudem rückte die Wehr in Wemmetsweiler aus (Foto). Dort führte laut Polizei ein technischer Defekt zum Feuer (Schaden: 15 000 Euro).


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