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Bei Völklinger Fischzucht ist alle in trockenen Tüchern

Die etwa drei Monate alten, 40 Gramm schweren und 15 Zentimeter langen russischen Störe tummeln sich jetzt zunächst in einem Aufzuchtbecken.

Die etwa drei Monate alten, 40 Gramm schweren und 15 Zentimeter langen russischen Störe tummeln sich jetzt zunächst in einem Aufzuchtbecken.

Am liebsten, sagt Jochen Dahm, Geschäftsführer der Stadtwerke Völklingen, hätte er ja erst dann öffentlich Auskunft gegeben, wenn mit dem Verkauf von Anteilen an der Völklinger Meeresfischzucht alles, aber auch wirklich alles in trockenen Tüchern sei. Aber da die SZ nun mal gefragt hat nach dem Stand der Dinge, wolle er sich nicht drücken: „Die Verträge liegen beim Notar.“ Alles sei fertig verhandelt, fertig formuliert und geprüft. Nur habe man noch keinen Termin zum Unterschreiben gefunden. Doch der werde in den nächsten Tagen verabredet; noch 2013 sollen die Verträge unterzeichnet werden. Rund sechs Millionen Euro wird die Gewerbeansiedlungsgesellschaft Völklingen (GAV) als Kaufpreis erhalten für 60,3 Prozent der Anteile an der Meeresfischzucht Völklingen (MFV), bestätigt Dahm. Die Größenordnung sei so geblieben wie im Herbst angekündigt: 10,1 Prozent der Anteile übernimmt die Neomar GmbH, je 25,1 Prozent gehen an die Ocean Swiss Alpine Seafood AG und die Sawa GmbH in Zwickau. Die restlichen 39,7 Prozent der Anteile bleiben bei der GAV, einer Tochtergesellschaft der Völklinger Stadtwerke. Was Dahm wichtig ist:

„Wir verkaufen Anteile“, betont er, „die Partner sind beteiligt an Gewinn, Verlust, Krediten und Zinszahlungen.“ Gemessen am Völklinger Eigenkapital-Einsatz – Dahm beziffert ihn auf 5,5 Millionen Euro – seien sechs Millionen Euro für gut 60 Prozent Anteile mitnichten ein Schnäppchen, sondern eine gute Verzinsung des Eigenkapitals. Die Forderung von Stadtratsmitgliedern, dass dann gleich zu Beginn des neuen Jahres der Kaufpreis auf dem GAV-Konto sein müsse, werde nur teilweise in Erfüllung gehen, sagt Dahm: „Die Schweizer wollen sofort zahlen.“ Mit den anderen Partnern sei eine „Staffelung“ bis März 2015 vereinbart, ein schrittweiser Eigentums-Übergang, mit Rücksicht darauf, wie die Partner ihre Finanzierung „seriös darstellen“ könnten. Die geplante Zusammenarbeit zwischen den Völklingern und ihren neuen Partnern – insbesondere mit der von Dirk van Vliet geführten Swiss Ocean – beziehe sich vor allem auf den Vertrieb. Und auf die Zertifizierung, „das muss man ja nicht zweimal machen“, sagt Dahm. Zumal die wichtigste Organisation für die „Bio“-Prüfung von Fisch ohnehin ihren Sitz in der Schweiz habe.

Bisher gibt es keine Bauarbeiten auf dem Fischzucht-Gelände – die für die Fischschlachtung nötige Halle wird im Frühling noch nicht stehen: „Es gibt eine Zwischenlösung mit Containern“, sagt Dahm. Das sei durchaus üblich bei Lebensmittelbetrieben, bei Bäckereien etwa oder bei Metzgereien. Die Lösung mit Spezial-Containern sei auch abgestimmt mit den Veterinärbehörden. Etwa im März solle die erste Ernte sein, „die Abnehmer wollen vor Ostern Fisch haben“. Bis spätestens August solle aber eine feste Halle das Provisorium ersetzen. Bauen werde die Firma Kennedy-Center, „wir werden mieten“. Abnehmer? Ja, sagt Dahm, die erste Ernte – im Frühjahr Wolfsbarsch und Dorade, im Sommer Yellowtail Kingfish – sei inzwischen am Markt untergebracht. Es gebe bindende Vereinbarungen, unter anderem mit einer großen Einzelhandelskette, deren Namen Dahm noch nicht nennen mag. Auch über die Preise sei man sich einig. Und die Störe? „Die brauchen noch“, sagt Dahm, diese Fische müssen noch wachsen. „Wobei wir da vielleicht das Problem kriegen, dass wir nicht genug haben“, fügt er lachend an: Nicht nur der Kaviar sei sehr gefragt, sondern auch das Fleisch der Tiere.


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