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Bei ZF geht es aufwärts

Der Friedrichshafener ZF-Konzern ist für sein saarländisches Werk wieder zuversichtlich. Im kommenden Jahr werde die Getriebe-Produktion um gut zehn Prozent zulegen.

Stuttgart. Nachdem die Krise den Automobilzulieferer ZF in diesem Jahr mit voller Wucht getroffen hat, zeigt sich Konzernchef Hans-Georg Härter für 2010 zuversichtlich. „ZF hat sich in stürmischer Zeit stabilisiert“, sagte er gestern in Stuttgart anlässlich der Vorstellung erster Bilanzzahlen für dieses Jahr.

2010 will ZF wieder schwarze Zahlen schreiben. In diesem Jahr hat der Friedrichshafener Zulieferer einen Verlust in Höhe von 300 bis 400 Millionen Euro verkraften müssen. Ursprünglich waren Konzernkreise sogar von einer halben Milliarde Euro Verlust ausgegangen, aber im vierten Quartal gab es einen Gewinn. Genaue Zahlen werden im Frühjahr 2010 veröffentlicht.

Verhaltener Optimismus
Für das saarländische Werk, die Saarbrücker ZF Getriebe GmbH, erwartet Härter ebenfalls eine positive Entwicklung, formuliert aber sehr vorsichtig: „Für die Zukunft in Saarbrücken bin ich verhalten optimistisch.“ An der Saar hat ZF seine europäische Produktion von Pkw-Automatikgetrieben konzentriert.

Auch Saarbrücken wurde von der Krise kräftig gebeutelt: Im zu Ende gehenden Jahr werden rund 725.000 Getriebe die Fabrik verlassen haben. Für 2010 ist dank der starken Nachfrage nach dem Achtgang-Getriebe ein Zuwachs von gut zehn Prozent geplant.

Das entspricht rund 800.000 Getrieben. Damit ist das Werk aber noch ein gutes Stück von der bisherigen Rekordproduktion von knapp 1,1 Millionen Getrieben im Jahre 2007 entfernt. „In zwei Jahren dürften wir wieder die Million erreichen“, schätzte Härter.

Von den erwarteten rund 800.000 Stück im kommenden Jahr sollen etwa 300.000 auf das Achtgang-Getriebe entfallen. In zwei Jahren soll die komplette Umstellung vom Sechs- auf Achtgang geschafft sein.

Trotz Krise hohe Investitionen
Das erfordert auch in der Krise hohe Aufwendungen: Sowohl 2009 als auch 2010 liegen die Investitionen bei jeweils hundert Millionen Euro, sagte Härter. „Zu den Kunden BMW, Rolls-Royce und Bentley kommen neue Abnehmer vor allem in Nord-Amerika und Asien, aber auch in Europa hinzu“, sagt der ZF-Chef. Namen wollte er jedoch nicht nennen.

Stammbelegschaft soll gehalten werden
Härter hält trotz Krise an seinem im Frühjahr 2009 gegebenen Versprechen fest, in Deutschland die Stammbelegschaft zu halten: „Daran ändert sich auch 2010 nichts. Wir wollen unsere guten Leute behalten, damit wir sie haben, wenn es wieder aufwärts geht.“ Die Belegschaft in Saarbrücken liegt bei gut 4700, wobei 2009 die Verträge von 120 befristet Beschäftigten und Leiharbeitern nicht verlängert wurden.

Mit weiteren Maßnahmen, zum Beispiel Vorruhestand und freiwilligen Aufhebungsverträgen, soll die Stammbelegschaft abgesichert werden. Im Konzern läuft ein Sparprogramm im Umfang von rund 600 Millionen Euro.

Die ZF Getriebe GmbH schrieb 2009 „schwarze Zahlen“, wenn auch geringere als früher, die Härter aber nicht bezifferte: „Ertragsmäßig macht uns Saarbrücken nicht die größten Sorgen im Konzern. Das Saar-Werk ist am Ertragseinbruch nur sehr bedingt beteiligt.“ In diesem Jahr gab es in Saarbrücken bisher 42 Kurzarbeitstage, vier kommen noch bis Ende Dezember dazu. Über mögliche Kurzarbeit im Januar wird derzeit noch verhandelt.

Hintergrund
Der Umsatz von ZF ist in diesem Jahr im Vergleich zu 2008 um ein Viertel auf 9,3 Milliarden Euro gesunken. Für 2010 erwartet Konzernchef Hans-Georg Härter ein Plus von mehr als zehn Prozent. Die Schwelle von zehn Milliarden Euro werde demnach überschritten. Die Zahl der Mitarbeiter sank weltweit um 3400 auf 59.900. Der monatliche Auftragseingang liege wieder bei rund einer Milliarde Euro, zum Jahresbeginn waren nur 400 Millionen. ur



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