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Beim FCS brennt der Baum

Beim 1. FC Saarbrücken liegt nach dem zweiten Rücktritt in zwei Tagen einiges im Argen.

Beim 1. FC Saarbrücken liegt nach dem zweiten Rücktritt in zwei Tagen einiges im Argen.

„Wer fördert die Jugend?“ – so steht es auf den Kleinbussen, die Kinder und Jugendliche aus dem Saarland zum Fußballtraining an die Camphauser Straße nach Saarbrücken befördern. Die ebenfalls aufgeklebte Antwort „Hager“ stimmt seit vorgestern nicht mehr. Denn einen Tag nach dem Rücktritt von Vize-Präsident Harald Ebertz hat auch der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Daniel Hager sein Amt beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken zur Verfügung gestellt.

Hager seit 2010 beim FCS

Gleichzeitig beendet das Unternehmen Hager das Sponsoring – die Hager-Gruppe engagierte sich seit Oktober 2010 vor allem im Jugendbereich, zuletzt angeblich mit einem sechsstelligen Betrag. „Mit dem Abstieg der Mannschaft in die Regionalliga ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Sponsoringvereinbarung entfallen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens, „zudem scheint die Vereinsführung der Jugendförderung nicht mehr jenen Stellenwert einräumen zu können, auf den wir uns gemeinsam verständigt hatten.“

FCS-Präsident Hartmut Ostermann reagierte stinksauer. „Der Zeitpunkt für den kompletten Rückzug der Hager-Group aus dem Aufsichtsrat und dem Sponsorenpool ist denkbar ungünstig gewählt“, ließ Ostermann verlauten, „unsere erfolgreichen A- und B-Jugendmannschaften absolvieren am Samstag ihre Endspiele zum Aufstieg in die Bundesliga. Wer es mit der Jugendförderung tatsächlich ernst meint, sollte den Spielern unserer Mannschaften im Vorfeld dieser wichtigen Partien gegen Wehen Wiesbaden und Bayern Alzenau den Rücken stärken, anstatt sie durch öffentliche Ankündigungen über den Abzug von Sponsorengeldern zu verunsichern.“

Ostermann stellte klar, dass der Rückzug des Jugendsponsors keine Auswirkungen auf die Jugendarbeit haben werde. „Als jahrzehntelanger Hauptsponsor während und abseits meiner Präsidentschaft wurde in die Jugendarbeit in erheblich höherem Umfang investiert, als es der Hager-Group wert oder möglich war“, sagte der Präsident: „Die Jugendarbeit ist und bleibt ein elementares Standbein unserer Vereinsstruktur und wird daher ohne Abstriche auf hohem Niveau fortgeführt.“

Daniel Hager war 2010 in den Aufsichtsrat des FCS gekommen, auch wegen seiner guten Kontakte zu Ebertz und dem damaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Reinhard Klimmt. Bei seiner Wiederwahl im Herbst des vergangenen Jahres sprach der Unternehmer aus Blieskastel noch von seinen Träumen mit dem FCS, als regional verwurzelter Ausbildungsverein mit starker Jugend und von der Rückkehr auf die große Fußballbühne. „Klare Strukturen scheinen nicht gewünscht zu sein“, schimpfte Hager in seinem Rücktrittsschreiben: „Wichtige sportliche Entscheidungen werden nicht mehr mit der in den Gremien vorhandenen Kompetenz abgestimmt, sondern über externe Dienstleister abgearbeitet. Statt an seiner Zukunft arbeiten zu können, ist der Verein in seiner Vergangenheit gefangen.“

Petry will Versammlung

Aufsichtsratschef Michael Arnold wurde von Hager telefonisch informiert. „Ich habe seinen Schritt mit Bedauern zur Kenntnis genommen“, sagte Arnold, der betonte, dass der Aufsichtsrat auch mit nunmehr nur noch sechs Mitgliedern satzungsgemäß bis zur nächsten Mitgliederversammlung weiter beschlussfähig sei. Nach zwei Rücktritten in zwei Tagen gehe es jetzt darum, „den Laden zusammenzuhalten“. Aufsichtsratsmitglied Leo Petry geht noch einen Schritt weiter und fordert gegenüber unserer Zeitung schnellstmöglich eine außerordentliche Mitgliederversammlung. „Dort kann man die Geschehnisse aufarbeiten. Erst dann sollten Personalentscheidungen fallen“, sagte Petry.

Eine Rückkehr hat Daniel Hager übrigens offen gelassen: „Sollten die entsprechenden Voraussetzungen beim FCS wieder gegeben sein, freuen wir uns sehr, mit dem Verein über neue Möglichkeiten der Unterstützung zu sprechen.“ Welche Voraussetzungen er meint, ließ er allerdings offen.
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