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Bekommt Saarbrücken jetzt doch ein neues Stadion?

Das Saarbrücker Ludwigspark-Stadion

Das Saarbrücker Ludwigspark-Stadion

Dass gut 60 Jahre nach dem Bau des Ludwigsparks-Stadions eine neue Arena gebaut werden soll, ist nun offiziell vom Koalitionsausschuss bestätigt. Wer es zahlen soll, wo es stehen soll, ist hingegen weiter offen.

Saarbrücken.
Das neue Stadion ist wieder in Diskussion. Dabei war nach dem letzten Treffen von Saarlands Ministerpräsident Peter Müller (CDU) und Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) Anfang Dezember des vergangenen Jahres die Sprachregelung eine klare: Ein neues Stadion wird es nur geben, wenn ein Großinvestor große Teile der Finanzierung übernimmt. Kein Investor, kein Stadion.

Dies ist nun laut eines Berichtes der „Bild“-Zeitung (Dienstagsausgabe) wiederum anders: Dort wird FDP-Fraktionschef Horst Hinschberger, der auch Präsident des Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken ist, wie folgt zitiert: „Das Projekt ist für Stadt und Land so wichtig, dass wir es nicht von einem privaten Geldgeber abhängig machen können.“ Der Koalitionsausschuss habe ebenso beschlossen, das Stadion in die „Prioritätsstufe I einzuordnen“, sagte Hinschberger in „Bild“.

Britz: Stadt Saarbrücken wurde nicht gefragt
Dass der Artikel den Eigentümer des Ludwigsparkstadions, die Stadt Saarbrücken, finanziell in die Pflicht nimmt, stieß gestern jedoch mächtig auf. So erklärte Charlotte Britz in einer Mitteilung: „Ich muss aus der Zeitung erfahren, dass die Koalition angeblich plant, unseren Ludwigspark auf unserem Gelände abzureißen, darauf ein neues Stadion zu bauen und wir das auch noch bezahlen sollen. Ein solches Vorgehen ist unseriös und dem Bürger nicht mehr zu vermitteln. Über solche Pläne sollte man vorab mit dem Eigentümer sprechen.“

Die Verwaltungschefin weiter: „Wir hätten auch gerne ein neues Stadion für den 1. FC Saarbrücken, das steht außer Frage.“ Dass die Stadt dafür zahlen soll, ist für Britz aber ein Unding: „Wir diskutieren in Saarbrücken derzeit Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen. Und mitten in diese Spardiskussion platzt die Landesregierung mit dem Beschluss, dass es im Saarland ein bundesligataugliches Fußballstadion geben soll. Dieses Vorgehen ist nicht fair gegenüber den Anhängern des FCS. Das Vorhaben Stadion-Neubau wird so nur zerredet und zerstört das Vertrauen in die Politik“, erklärte Britz.

Hinschberger realtivierte gestern die Aussagen des Artikels: „Ich kann ja nicht über den Haushalt der Stadt Saarbrücken bestimmen. Dass die Stadt zahlen soll, wollte ich nie zum Ausdruck bringen. Wir wollen zunächst politisch den Weg ebnen – und dann mit dem Eigentümer sprechen.“

Koalitionsausschuss spricht sich für neues Stadion aus
Der Koalitionsausschuss schickte ebenso eine Meldung heraus, die bestätigt, dass er sich darauf verständigt habe, „dass es ein bundesligataugliches Fußballstadion im Saarland geben soll“ und „dass das Land weder Bauherr noch Betreiber einer solchen Fußballarena sein kann“.

Weder Zeitplan noch Investor
Dass das Land kein Bauträger oder Betreiber sein kann, steht auch drin. Über einen Investor steht nichts drin, ein Zeitplan fehlt auch. Doch gerade der Satz, dass das Stadion „im Saarland“ gebaut wird, kann stutzig machen. Ein Bekenntnis zum Standort Saarbrücken liest sich anders. Die Frage, ob es auch woanders stehen könnte, ist für Hinschberger „eine gute. Aber natürlich bevorzugen wir Saarbrücken als Standort“, sagt er. Dass das Stadion aber nicht nur für den 1. FCS gebaut werden soll, sondern für das ganze Land, ist auch kein Geheimnis – und so könnte es überall stehen. kip





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