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Belegschaft sieht Krankenhaus St. Josef in seiner Existenz bedroht

Dudweiler. Wut. Empörung. Tiefe Enttäuschung. Die Gemütslage der Belegschaft im Dudweiler cts-Krankenhaus St. Josef ist auf dem Tiefpunkt angelangt. Das wurde deutlich bei einem Treffen der SZ mit 20 Mitarbeitern aus dem Kreis der Ärzte und Pfleger am Mittwochabend. Aus Angst vor arbeitsrechtlichen Konsequenzen wollen sie ihre Namen nicht in der Zeitung lesen. Gleichwohl lassen ihre Äußerungen an Deutlichkeit nicht zu wünschen übrig.

Nachdem bekannt wurde, dass die Frauenklinik inklusive ihrer renommierten Geburtsstation auf Beschluss der Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken (cts) Anfang 2013 ins Krankenhaus St. Theresia auf dem Rastpfuhl verlagert wird (SZ vom 23. März), sehen sie rabenschwarz für St. Josef. Dass zugleich die Psychosomatik in Dudweiler ausgebaut werden soll, verstehen sie als „Valium für die Mitarbeiter“.

Und als „gönnerhafte Attitüde“, wo doch diese Abteilung wegen akuten Platzmangels in St. Theresia eh nicht mehr zu halten gewesen sei. Wenn erst mal das „Filetstück“, also die Geburtsklinik weg sei, „dann wickelt sich das Haus von alleine ab“, sagen die Betroffenen. Sie sind überzeugt davon, dass die cts-Geschäftsleitung St. Theresia Stück für Stück aufwerten wird – auf Kosten von Dudweiler. Um in Konkurrenz zum Klinikum Saarbrücken auf dem Winterberg zu bestehen.

Fatal seien auch die angekündigten Gehaltseinschnitte. Schon dies werde zur Fluktuation des Personals führen. Und zum Ausbleiben von Neubewerbungen. „Unsere Motivation wird mit Füßen getreten“, sagte dazu ein Mediziner. Die Belegschaft sagt auch, dass sie sehr effizient arbeite. „Wir arbeiten sehr wirtschaftlich, doch das Gegenteil wird uns eingeredet“, meint einer.

Als schlimm erachtet es die 20-köpfige Gruppe, dass die Geschäftsleitung „keine Anstrengungen unternommen hat“, nach einer für St. Josef erträglicheren Lösung zu suchen. „Wir arbeiten 14 bis 16 Stunden für die Patienten“, sagt ein Betroffener, „doch was hier geschieht, geht zu deren Lasten“.

Nach Umbau des Hauses für rund 14 Millionen Euro habe die cts die Belegschaft in Sicherheit gewiegt, dass alles in geordneten Bahnen weiterläuft. Um so heftiger seien die jetzt angekündigten Veränderungen eingeschlagen.

Am gestrigen Donnerstag war Mitarbeiterversammlung – ohne Eklat, ohne Aufruhr. Aber mit sehr vielen Fragen – auch bis ins kleinste Detail. Cts-Geschäftsführer Hans-Joachim Backes dementierte vehement, dass das Dudweiler Krankenhaus über kurz oder lang geschlossen wird. Im Gegenteil: Mit den jetzt beschlossenen Maßnahmen wolle man den Standort dauerhaft sichern.

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