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Benefizspiel für Deckarm: Handballer gegen Fußballer

Handballer spielen gegen Fußballer – eine Halbzeit Fußball, eine Halbzeit Handball. Die Idee ist außergewöhnlich, zugegeben, aber Joachim Deckarm findet sie richtig gut. Wenn der vom Max-Planck-Gymnasium (MPG) anlässlich seines runden Geburtstags initiierte Benefizspiel-Kracher am Mittwoch, 12. März, 13 Uhr, in der Stadtgartenhalle steigt, wird das saarländische Handball-Idol vor Ort sein.

Wem er bei dem kuriosen Kräftemessen zwischen Handball-Zweitligist HG Saarlouis und Fußball-Drittligist 1. FC Saarbrücken die Daumen drückt, wusste der 104-fache Nationalspieler bei der Pressekonferenz im MPG noch nicht. Nur so viel: „Der Bessere soll gewinnen. Hauptsache, alle haben Spaß und keiner verletzt sich“, lautete der Kommentar des 60-Jährigen.
Deckarm bedankte sich für die Unterstützung der Schule und der beiden saarländischen Traditionsvereine und war sichtlich gerührt: „Ich finde eure Idee hervorragend. Das wird ein tolles Sportereignis.“ Die Worte des von Schicksal gezeichneten Redners waren nur schwer zu verstehen, aber die Jugendlichen hörten dem einst besten Handballer der Welt gebannt zu.

Schicksalschlag, der berührt

Als Klaus Zöll vom Joachim-Deckarm-Fond vom schrecklichen Unfall erzählte, war es im Auditorium still. In einem Europapokal-Spiel in Tatabánya stürzte Deckarm 1979 mit dem Kopf ungebremst auf den nur mit dünner Kunststoffschicht überzogenen Betonboden und erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma. Von einer Minute auf die andere wurde der Athlet zum Pflegefall.„So ruhig war es hier noch nie“, meinte Peter Hiery, Hausmeister und Moderator der Veranstaltung beim Blick in die Schüler-Runde. Wie aus dem Handball-Jahrhundert-Talent der beste Halblinke des Planeten wurde, steht in „Teamgeist – die zwei Leben des Joachim Deckarm“.

Reinhard Rings hat das Buch gelesen - die bewegende Biografie des Mannes, der 1978 im WM-Finale gegen die Sowjetunion sechs Tore zum 20:19-Sieg beisteuerte und vom damaligen Bundestrainer Vlado Stenzel als komplettester Spieler aller Zeiten beschrieben wurde. Der stellvertretende Schulleiter des MPG verschlang sie in einem Rutsch. Als der Ex-Handballer darin von den hohen Kosten für die Rehabilitation und Pflege seines Idols las, kam ihm die Idee zur Spendenaktion. „Wir wollten Joachim helfen.“ Der Plan: Nach dem ersten Pass von Direktor Jürgen Hannig wird der Spielball über eine Schülerkette vom Gymnasium zur Halle befördert. MPG-Schüler und HG-Torjäger Tim Suton wirft das Leder in die Hände von Joachim Deckarm, der das kuriose Duell eröffnen wird.

Jeder Schüler organisiert im Vorfeld Sponsoren für seine Teilnahme. Das gesammelte Geld fließt in den Deckarm-Fond. Bei einer Spende von mindestens 15 Euro nehmen die fleißigen Sammler an einer Verlosung teil. Handball-Fans festhalten: Hauptpreis ist ein Original-WM-Trikot von 1978 mit allen Unterschriften der deutschen Weltmeister.

„Wir könnten ja im Angriff die Bälle wechseln und die Handballer mit einem Fußball werfen und die Fußballer mit einem Handball schießen lassen“, schlug Deckarm, größter Handballer seiner Generation, noch augenzwinkernd vor.


Hintergrund

Der Eintritt zum Spiel ist frei. Spenden sind aber gerne gesehen. In der Pause werden signierte Trikots, Bälle und Wimpel verlost. In einem Siebenmeter-Wettbewerb (Handball und Fußball) können Schüler gegen Profis eine Eintrittskarte zu einem Heimspiel der jeweiligen Mannschaft gewinnen. Im Anschluss stehen alle Profis und Deckarm für Autogramme zur Verfügung. ros
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