B269 Stadtgebiet Lebach, Heeresstraße bis Koblenzer Straße Zwischen Lebach und Lebach-Bubach in beiden Richtungen Gefahr durch Tiere auf der Fahrbahn Kühe (10:48)

B269

Priorität: Sehr dringend

10°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
10°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Benötigt die Saar-Regierung einen Andachtsraum?

Saarbrücken. Der Bundestag hat einen, einige Landtage in den Bundesländern auch: einen Raum der Stille oder Andachtsraum, in dem die Abgeordneten, Parlamentsmitarbeiter, Journalisten und Besucher ruhig innehalten oder beten können.

Im Bundestag besuchen täglich etwa 15 Abgeordnete zu den Sitzungsperioden den Andachtsraum, zu Zeiten der Rheinischen Republik in Bonn waren es auch mal mehr als 100. In Düsseldorf hat vor Kurzem der türkische Generalkonsul zehn Gebetsteppiche für den Raum der Stille im nordrhein- westfälischen Landtag überreicht, in dem bereits ein siebenarmiger Leuchter als Symbol des jüdischen Glaubens steht. Gläubige der drei Weltreligionen Christentum, Judentum und Islam können dort beten, konfessionell nicht gebundene Menschen können dort auch nur die Stille genießen. Im Saar-Landtag, in dem die Christdemokraten die mit Abstand stärkste Fraktion stellen, hat 2007 der evangelische Kirchenrat Frank-Mathias Hofmann angefragt, ob ein Raum der Stille eingerichtet werden könne. „Die Idee ist nicht vom Tisch gewischt“, sagte Hofmann der SZ. Auch die Parlamentarier diskutieren über einen Rückzugsraum, der ihnen zur Kontemplation dienen könnte. „Ein Raum der Stille, der als Ort der Sammlung und Besinnung genutzt werden kann, ist sicher eine sinnvolle und unterstützenswerte Einrichtung. Wir greifen diese Anregung gerne auf und werden sie mit den anderen Fraktionen und der Landtagsverwaltung in der nächsten Sitzung des Erweiterten Präsidiums thematisieren“, sagte Grünen-Fraktionschef Hubert Ulrich auf Anfrage.

Tobias Hans, CDU-Geschäftsführer im Landtag, sagte, grundsätzlich sei es sicherlich richtig, im zeitweise sehr hektischen Tagesbetrieb die Möglichkeit zu bieten, innezuhalten. Dennoch lehnte Hans einen Andachtsraum im Landtag ab. „Im Saarland sehe ich keinen Bedarf für einen solchen Raum. Alle 51 Abgeordneten fahren am Abend nach Hause, können dort, oder in Saarbrücken, jederzeit beispielsweise in eine Kirche gehen“, erklärte Hans. Zudem gebe es im Landtag keinen Raum, der über die notwendige würdevolle Ausstattung verfüge.

Auch die Linksfraktion lehnt einen „Raum der Stille“ ab und verweist darauf, dass „in fußläufiger Entfernung vom Landtag Gotteshäuser sind, die aufgesucht werden können“. SPDFraktionschef Stefan Pauluhn sagte, die Idee sei interessant. Einer Diskussion darüber wollten sich die Sozialdemokraten nicht verschließen.

„Das Konzept des Raumes der Stille an sich hat etwas für sich“, sagte Piraten-Fraktionschef Michael Hilberer. Allerdings, so betonte Hilberer, müsse dieser Raum dann ohne bekenntnisorientiert aufgeladene Elemente (Kreuze, Teppiche oder Meditationskissen) ausgestattet sein. Solange es aber im Landtag zu wenige Räume gebe, plädiere er dafür, sich in freie Sitzungsräume zurückzuziehen. Fazit: Einen Raum der Stille wird es im Saar-Landtag wohl auf absehbare Zeit nicht geben.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein