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Benzinpreis empört die Saarländer

Saarbrücken. Ärger an Saarbrückens Tankstellen: Eine Autofahrerin aus Saarlouis, die an einer Tankstelle in Alt-Saarbrücken darauf wartet, dass ihr Wagen wieder blitzsauber aus der Waschstraße kommt, nennt die aktuellen Benzinpreise „eine Unverschämtheit“ – die Dame möchte allerdings anonym bleiben. Nein, tanken würde sie hier nicht. Sie suche sich lieber billigeren Sprit in Frankreich oder Luxemburg.

Auch Michael Menges (39) aus Saarbrücken, der an einer Tankstelle in St. Johann neuen Kraftstoff holt, ist sauer: „Ich finde die Spritpreise jetzt schon ziemlich übel! Gut, dass ich nach Luxemburg ausweichen kann. Ich arbeite im Moment in Perl. Das werde ich auf jeden Fall in diesem Monat noch ausnutzen.“ Menges hat in St. Johann 13,4 Liter Super für 20 Euro getankt. Also für 1,48 Euro je Liter. An anderen Saarbrücker Tanksäulen kostet Super sogar über 1,50 Euro. Für Jasmin Esselen sind auch 1,48 Euro schon viel: Die 19-Jährige absolviert noch bis Mai eine Lehre zur Hotelfachfrau – und dafür muss sie jeden Tag von ihrem Wohnort Kirkel nach St. Wendel im nordöstlichen Saarland fahren. „Ich habe jetzt in St. Johann nur 20 Liter für 30 Euro getankt. Natürlich finde ich das nicht so toll“, verrät Jasmin: „Ich tanke deshalb zwar schon oft in Luxemburg, doch meist habe ich nicht genug Zeit dazu.“

Szenenwechsel an eine Tankstelle vor einem Supermarkt im französischen Forbach: Christoph Bronder fährt schon seit fünf Jahren konsequent über die Grenze nach Frankreich, um für seinen Kombi Diesel zu tanken. „Ich habe jetzt für 1,27 Euro den Liter Diesel getankt. Das macht im Moment immer noch sieben Cent im Vergleich zu den deutschen Preisen, sonst sind es aber zehn oder zwölf. Das spart mir auf eine Tankfüllung gut sieben Euro“, erzählt der 49-jährige Illinger. Bei diesem Supermarkt in Forbach kosten der Liter Normal-Benzin 1,46 Euro und der Liter Super 1,50 Euro. Zurück in St. Johann: Auch Stefanie Schröder (46) aus Saarbrücken spart – ihre Strategie: „Wenn es sich einrichten lässt, fahre ich so viel Rad wie möglich.“ Und ansonsten tankt sie Gas. Schröder: „Zwar brauche ich heute zehn Prozent mehr Gas als früher Benzin. Weil das Gas aber nur halb so teuer ist, rechnet es sich wieder.“ Auch Autogas wird je Liter abgerechnet – im Moment zu etwa 78 Cent.

Die Tankstellen-Pächter wollten gestern keine Auskunft geben: Entweder dürfe man nichts sagen oder man habe ohnehin als Pächter keinen Einfluss auf die Preise an der Zapfsäule. Die Mineralöllieferanten würden die Preise bestimmen – und oft sogar mehrmals am Tag die Preistafeln per Fernsteuerung umschalten. hcr
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