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Bergbau: Licher aus in Grangeleisen

Ensdorf. Der Bergbaukonzern RAG hat gestern die letzte Kohle aus dem Nordfeld des Bergwerk Saar gefördert. Gestern vormittag wurde die Förderung im Flöz Grangeleisen eingestellt. Damit ist der Abbau im Nordfeld, wo zuletzt in rund 1200 Metern Tiefe unter unbebautem Gebiet Kohle gefördert wurde, plangemäß eingestellt worden.

Bergwerksdirektor: Wir werden Industriezweig vermissten

Das 700 Meter lange Flöz Grangeleisen lieferte in den vergangenen acht Monaten insgesamt rund 500.000 Tonnen Kohle. Seit 1942 wurden in dem Gebiet unter Hülzweiler und Saarwellingen in insgesamt 44 Streben rund 22 Millionen Tonnen Kohle für die saarländische Kraftwirtschaft gefördert. „Wir alle können stolz darauf sein, was wir und unsere Vorfahren hier geleistet haben. Die Bergleute haben viel für das Land getan“, sagte Bergwerksdirektor Friedrich Breinig anschließend zu den etwa 300 versammelten ehemaligen und aktiven Bergleuten in der Zechenhalle. Nach dem Förderstopp in Folge des schweren Grubenbebens am 23. Februar 2008 entwickelte die RAG ein Auslaufkonzept, das vorsah, den Abbau im Nordfeld wiederaufzunehmen, weil dort keine Erschütterungen zu befürchten waren. Dieser Schritt hat einen sozialverträglichen Personalabbau ermöglicht. Die RAG hat aktuell noch 2400 Beschäftigte im Bergwerk Saar. 450 Stellen sollen noch bis Ende des Jahres abgebaut werden, im Oktober werden wieder 80 Bergleute ins rund 500 Kilometer entfernte Ibbenbüren verlegt. „Wir geben einen Industriezweig auf, der das Saarland geprägt hat, und wir werden ihn noch vermissen“, sagte Betriebsratsvorsitzender Michael Riehm. Der Kohleabbau im Bergwerk Saar wird sich nun auf das Feld Dilsburg Ost im Flöz Wahlschied beschränken. Am 30. Juni 2012 wird der Steinkohlebergbau an der Saar nach über 250 Jahren endgültig eingestellt. Was dann mit den rund 2500 Hektar Betriebsfläche der RAG geschieht, ist noch offen. „Wir werden hier keine verbrannte Erde hinterlassen“, versicherte Bergwerksdirektor Friedrich Breinig. „Ich kann mir gut vorstellen, dass man auf dem Gelände einiges entwickeln kann, gerade im Bereich erneuerbarer Energien.“
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