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Bergbau: Saarland will nur vier Standorte als Denkmale erhalten

Die Kokereigasmaschinenzentrale in Neunkirchen-Heinitz (1904/1905) ist ein Bergbau-Denkmal von nationalem Rang. Das neue Gutachten zählt das erste Großkraftwerk des Saarbergbaus nicht zu den förderungswürdigen Orten.

Die Kokereigasmaschinenzentrale in Neunkirchen-Heinitz (1904/1905) ist ein Bergbau-Denkmal von nationalem Rang. Das neue Gutachten zählt das erste Großkraftwerk des Saarbergbaus nicht zu den förderungswürdigen Orten.

Aus zwei mach vier – es kommt einer Verdoppelung gleich, was Saar-Wirtschaftsminister Heiko Maas (SPD) heute nach einer Kabinettssitzung voraussichtlich öffentlich machen wird: Die Landesregierung will vier Gruben-Denkmäler, die zur Zeit noch im Besitz der RAG sind, finanziell bei ihrer denkmalgerechten Weiternutzung unterstützen. Welche Projekthilfen es geben wird, steht wohl noch nicht fest. Als die Jamaika-Regierung das Gutachten beim Darmstädter Industriearchäologie- Experten Rolf Höhmann in Auftrag gab, hieß es, man werde sich höchstens den Erhalt von „maximal zwei bis drei Fördertürmen“ leisten können. Damals gab es keinen Aufschrei im Land. Das könnte sich jetzt ändern.

Denn nun liegt sie für jeden der 14 geprüften RAG-Standorte schwarz auf weiß und transparent vor: eine „Evaluierung“. Letztere definiert nicht nur den kulturhistorischen Wert der Denkmäler. Dies hatte das Landesdenkmalamt bereits 2006 für 38 Bergbaudenkmäler geleistet und 15 davon als besonders wertvoll erachtet. Diesmal ging es nur um die RAG-Besitztümer und vor allem darum, auch ökonomische oder touristische Entwicklungspotenziale als Bewertungs-Kriterien aufzunehmen. So entstand eine neue „Bestenliste“. Sie dürfte manchen ernüchtern. So zählt beispielsweise die Kokereigasmaschinenzentrale Heinitz – ein Denkmal der Elektrifizierung von nationalem Rang – laut SZ-Recherchen nicht zu den Premiumstandorten. Ebenfalls „aussortiert“ wurden: Der Schacht Erkershöhe (Friedrichsthal), der Ostschacht der Grube Maybach (Friedrichsthal), die Grube Viktoria (Püttlingen), die Grube Jägersfreude (Dudweiler), der Alsbachschacht (Luisenthal), der Dellbrückschacht (Klarenthal), die Schächte Duhamel (Ensdorf), St. Charles IV (Grossrosseln) und Ney (Schwalbach).

Wie es dort weiter geht? Das dürfte jetzt eine rein kommunale Aufgabe werden. Das Wirtschaftsministerium hat offensichtlich vor, Sondermittel nur in Premium-Standorte zu stecken und die RAG-Stiftung dafür mit in die finanzielle Pflicht zu nehmen. Das Gutachten macht für die Nutzung der vier Premiumstandorte bereits Vorschläge. Vier Leitbilder wurden unter den Stichworten „Arbeit“ (Camphausen), „Energie“ (Luisenthal), „ Grenze“ (Velsen) und „Bergbaufolge-Landschaft“ (Itzenplitz) entwickelt.
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