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Bergungsarbeiten beginnen heute: Stadtverwaltung holt Schiff Erna aus dem Osthafen

Dass die Erna mal rosa war, sieht man nur, wenn man genau hinschaut. Der Rost hat die Farbe weggefressen – und nicht nur die. Die Erna liegt seit einigen Jahren im Becken des Osthafens auf Grund. Ein Brand vor neuneinhalb Jahren hart ihr schwer zugesetzt. Für die Saarbrücker Stadtverwaltung ist die Peniche, die angeblich gut 100 Jahre alt ist, schon lange ein Ärgernis – und eine Gefahr.

Zum einen sei das Schiff eine Gefahr für Menschen, die es als Spielplatz nutzen, sagt Mathias Kurz, der für die Entwicklung des Osthafens zuständige Leiter des Projekts „Stadtmitte am Fluss“. Zum anderen sei das mit Müll vollgestopfte Schiff eine Gefahr für die Umwelt. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis das Schiff auseinanderbreche und alles, was in seinem Bauch ist, in die Saar gelangt, sagt Kurz.

Deshalb – und weil die Erna der Entwicklung des Osthafens im Wege steht – hat die Stadt jahrelang mit dem Besitzer des Schiffs vor Gericht gestritten. „Jetzt“, sagt Kurz, „haben wir die rechtliche Möglichkeit, das Schiff zu heben“. Das Ganze koste inklusive aller Gutachten rund 50 000 Euro, etwas die Hälfte davon zahle die Europäische Union, die die Neugestaltung des Hafens bezuschusst. Das Ganze sei verhältnismäßig günstig, weil die Stadtverwaltung selbst viel mit eigenem Personal leisten könne, man auf teure Firmen verzichten konnte. Der Eigentümer der Erna könne das Geld für Sicherung und Bergung nicht aufbringen, er wolle von der Stadt auch noch eine ganze Menge Geld für das Schiff haben, sagt Kurz. Die Stadt habe aber ein Gutachten erstellen lassen, das besagt: Die Erna ist nur 50 Cent wert.

Man habe das Wrack bereits untersucht, unter anderem Schildkröten, die sich dort angesiedelt haben, aus dem Schiff geholt. Heute soll von der Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk das Wasser aus der Erna gepumpt, das Schiff dann vom gegenüberliegenden Ufer an die Kaimauer geschleppt werden. Am 17. Juni will man sie mit drei Autokränen aus dem Hafenbecken heben – wie vor zwei Jahren die Thea. Mathias Kurz geht davon aus, dass alleine das Auspumpen etwa drei Stunden in Anspruch nehmen wird. Erst danach werde man wissen, was alles im Bauch der Erna liegt.

 

Zum Thema:

Die Behörden haben die Erna schon lange im Blick. 2001 bescheinigte die Wasserschutzpolizei aber, dass die Peniche noch „wassertauglich“ sei. Auch im Januar 2003, als die Erna nach dem Hochwasser zeitweise an der Uferböschung hing, wurde bescheinigt, dass von ihr „offenkundig keine Gefahr“ ausgeht. Ende Dezember 2006 brach auf dem Schiff ein Brand aus. Auch das war kein Grund, es zu heben. Das Wasser- und Schifffahrtsamt teilte mit: „Es gibt keinen Grund zur Besorgnis, da das Feuer nur das Innere beschädigt hat.“ Im Februar 2010 teilte das Amt mit, dass der Schiffsbauch auf Grund liegt, nur noch der obere Teil ragt aus der Saar. Einen Monat später rückte die Feuerwehr aus, um eine Verseuchung der Saar durch Öl, das aus der Erna austrat, zu verhindern. Das Amt forderte den Eigner auf, sein Schiff zu bergen. Es folgten gerichtliche Auseinandersetzungen.2013 wurde die ebenfalls im Osthafen liegende marode Thea von der Stadt, die dem Bund den Hafen 2011 abgekauft hatte, aus dem Wasser geholt und verschrottet. Im April wurde auch die Jule aus dem Wasser gehoben, sie liegt jetzt unterhalb der Kongresshalle. Die Erna ist das letzte Schiff. ols  
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