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Bergwerk Saar fördert zum letzten Mal mit Walzenschrämlader

Symbolbild

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Von SZ-Redakteur Joachim Wollschläger

Saarbrücken. Im Bergwerk Saar ist gestern die Kohleförderung mit dem Walzenschrämlader zu Ende gegangen. Damit verabschiedet sich der Saar-Bergbau von einer Technik, die nicht nur seit den späten 50er Jahren hierzulande eingesetzt wurde, sondern die auch entscheidend im Saar-Bergbau weiterentwickelt worden ist.

Die 40 Tonnen schwere Abbaumaschine SL 300-420 gab gestern auf den letzten zehn Metern noch einmal ein Abschiedsschauspiel. Unter lautem Getöse fraß sich ihre mit scharfen Meißeln besetzte Walze durch die knapp zwei Meter hohe Wand aus Kohle und Gestein im Streb 8.5. Mit lautem Krach fielen dabei tonnenschwere Gesteinsbrocken aus der Decke über dem Abbau.

Der Abbau mit so genannten Schrämmaschinen hat im Saar-Bergbau eine lange Tradition. Die bis zu 13 Meter langen und bis zu 70 Tonnen schweren Abbau-Maschinen eignen sich besonders gut für die hohen Kohleflöze, wie sie hier an der Saar vorherrschen. In der Primsmulde wurden vor dem großen Grubenbeben besonders moderne dieser Hochleistungsmaschinen eingesetzt.

Die beiden noch verbliebenen Flöze im Bergwerk Saar 8.6 und 8.7 werden wegen ihrer geringen Höhe mit Hilfe eines Hobels abgebaut, einer Technik, die vor allem in Bergwerken an der Ruhr vorherrscht.

Der Walzenschrämlader und die dazugehörige Technik wird ab heute für den Abtransport aus der Grube vorbereitet. Dafür muss sich der Neun-Tonnen-Koloss noch einmal rund zwölf Meter durch den Berg fressen, um genügend Raum zu schaffen, in dem nicht nur die Abbaumaschine sondern auch die dazugehörige Technik zerlegt werden kann. Über Tage wird der Walzenlader, der in der Anschaffung rund vier Millionen Euro kostet, überholt und nach Auskunft von Bergwerksdirektor Friedrich Breinig anschließend in einem Bergwerk an der Ruhr eingesetzt. Die übrige Abbautechnik wird von der RAG-Tochter RAG Mining Solutions weiterverkauft. „Die Nachfrage nach unserer Bergwerkstechnik ist sehr hoch“, sagt Breinig. Nach einer Generalüberholung könnten die Geräte noch einmal viele Jahre eingesetzt werden.

Für das Bergwerk Saar war der gestrige Tag ein weiterer Schritt auf dem Ausstieg aus dem Bergbau. „Mir wäre es lieber gewesen, auch noch die nächste Generation der Abbaumaschinen in Betrieb zu nehmen. Schließlich waren wir es hier im Bergwerk Saar, die den Maschinen die Kinderkrankheiten ausgetrieben und sie standfest gemacht haben“, sagt Maschinensteiger Wolfram Spunk, der für die Abbautechnik verantwortlich zeichnet.

Ebenso wie Spunk empfand auch Reviersteiger Andreas Klosen den gestrigen Tag als einen sehr traurigen Moment. Er hält die Entscheidung, aus der Kohleförderung auszusteigen, noch immer für einen schweren Fehler der Politik. Denn damit verabschiede sich das Land von der eigenen Energieversorgung. „Das werden wir noch einmal bereuen“, sagte er gestern. Das Abbauende im Bergwerk Saar rückt nun sichtbar näher. Bereits im Februar startet der Abbau im letzten Streb 8.7 Ost. Mitte 2012 wird auch dieser vollkommen ausgebeutet sein. Noch in diesem Jahr werden knapp 100 Bergleute nach Ibbenbüren gehen, der Großteil folgt im kommenden Jahr.

Klosen und Spunk werden nicht dabei sein. Sie werden parallel zum Aus des Bergwerks Saar ihren Ruhestand antreten.


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