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Berliner Promenade: Schadstoffe wegen minderwertigen Materials?

An der Berliner Promenade in Saarbrücken wurden im Untergrund angeblich schädliche Stoffe entdeckt.

An der Berliner Promenade in Saarbrücken wurden im Untergrund angeblich schädliche Stoffe entdeckt.



Erik Schweitzer, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Saarbrücken, formuliert einfach, aber deutlich: „Da sind Sachen gefunden worden, die da nicht hingehören.“ Der Ermittler spricht von Fundsachen, die Gutachter unter den Platten des Uferweges unterhalb der Berliner Promenade entdeckt haben. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft sind dort unter der Regie eines Sachverständigenbüros Spezialisten eines Laboratoriums für Straßen- und Betonbau am Werk. Sie sollen überprüfen, ob eine Völklinger Baufirma, deren Chef seit Monaten hinter Gittern sitzt, bei diesem Teilabschnitt des Vorzeigeprojektes „Stadtmitte am Fluss" minderwertiges Material verbaut hat. Ein Ex-Mitarbeiter des Betriebes hatte den Ermittlern entsprechende Hinweise gegeben. Der Informant saß selbst längere Zeit in Haft, ist zwischenzeitlich aber wieder auf freiem Fuß.

Seit Montag dieser Woche graben die Experten am Saarufer zwischen Luisen- und Wilhelm- Heinrich- Brücke.Nach Angaben des Gutachters werden an maximal 14 Stellen die verlegten Platten abgehoben und Split und Schotterbett bis in eine Tiefe von 1,40 Meter Schicht für Schicht abgetragen. Das Material wird dann im Labor analysiert. Gestern meldeten die Fachleute ihren Auftraggebern bei der Staatsanwalt die ersten Treffer. An drei von bis dahin fünf geöffneten Stellen wurde, so bestätigte Pressestaatsanwalt Schweitzer auf SZ-Anfrage, „kontaminiertes Material“ gefunden. In einem Fall wurden auch ölverseuchte Baustoffe entdeckt. Schweitzer weiter: „Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen.“
Die chemischen Feinanalysen stehen aus. Auch sei es zu früh, um zu sagen, welche Mengen an Schadstoffen möglicherweise im Unterbau lagern. Nach dem derzeitigen Stand der Dinge scheinen sich demnach Hinweise zu verdichten, dass statt teuerem Naturschotter, der bestellt war, billigerer Recyclingschotter eingebaut wurde. Gestern war auch von belastetem Hochofenschotter die Rede. Wenn dem so ist, stellt sich zwangsläufig die Frage, ob die Bauaufsicht bei der Stadt Saarbrücken sowie Ingenieure und Architekten an der Baustelle weggeschaut haben? Oder hat der unter anderem wegen Korruptionsdelikten verurteilte Firmenchef vielleicht auch hier seine Aufpasser „geschmiert“?

Hinweise darauf habe die Stadt bislang nicht, meinte deren Pressesprecher Thomas Blug. Er sagte gestern: „Wir müssen die abschließenden Ergebnisse oder belastbare Zwischenergebnisse der Staatsanwaltschaft abwarten.“ Die Stadt unterstütze die Staatsanwaltschaft. Baudezernentin Rena Wandel-Höfer (parteilos) weilte, so Blug, gestern in Urlaub. Guido Britz, Verteidiger des Unternehmers, verwies darauf, dass früher an der Promenade Hochofenschotter in großen Mengen eingebaut war. Die Firma seines Mandanten habe dieses Material auftragsgemäß bis in 50 Zentimeter Tiefe ausgehoben. „Ob die Stadt Saarbrücken den abzutragenden Hochofenschotter entsprechend untersucht hat, ist unbekannt. Zu keinem Zeitpunkt ist dort Öl vergraben worden.“ Insolvenzverwalter Franz Abel betonte, dass ihm Belege vorliegen, wonach 6505 Tonnen (3614 Kubikmeter) Naturschotter an die Promenade geliefert wurden.

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