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Berliner Promenade: Staatsanwald lässt Schotterbett prüfen

An der Berliner Promenade in Saarbrücken werden ab heute wieder Platten entfernt, der Untergrund wird von einem Bausachverständigen unter die Lupe genommen, hier fotografiert am Montag (24.02.2014).

An der Berliner Promenade in Saarbrücken werden ab heute wieder Platten entfernt, der Untergrund wird von einem Bausachverständigen unter die Lupe genommen, hier fotografiert am Montag (24.02.2014).

Mit Suppenkelle und Meißel untersuchten Mitarbeiter eines Laboratoriums für Straßen- und Betonbau aus Trier gestern das bis auf 1,40 Meter Tiefe freigelegte Schotterbett am Uferweg der Berliner Promenade. Löffelweise wurde das rötliche Material in Eimer gefüllt, um es später im Labor zu analysieren. Auftraggeber der Experten ist die Staatsanwaltschaft Saarbrücken, die Hinweise darauf hat, dass beim Bau der Promenade minderwertiges Material verarbeitet worden sein soll. Statt Naturschotter ist die Rede von einer Mischung aus Natur- und Reyclingschotter, möglicherweise auch aus belastetem Hochofenschotter. Gegen den Bauunternehmer, der bereits zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt ist, läuft ein weiteres Ermittlungsverfahren. Verteidiger Guido Britz begrüßte die Aktion der Staatsanwaltschaft. Deren Aufgabe sei es auch, Entlastendes für seinen Mandanten zu ermitteln.

Nach Angaben eines Gutachters gestern vor Ort, wurden bei den ersten von insgesamt 14 geplanten Gräben keine Auffälligkeiten festgestellt. Die Trierer Experten überprüften zudem mit so genannten Lastplattendruckversuchen die Verdichtung des Unterbaus. Rechtsanwalt Franz Abel hatte als Insolvenzverwalter des Völklinger Baubetriebes darauf verwiesen, dass weder Standsicherheit noch Tragfähigkeit des Untergrundes gefährdet seien. Wäre überall Recyclingschotter statt Naturschotter verarbeitet worden, läge der Schaden bei etwa 19000 Euro. Er betonte auch, dass Verantwortliche der städtischen Bauaufsicht, Ingenieure und Architekten, „fast stündlich“ die Arbeiten überwacht hatten. Nach interner Untersuchungen hat die Stadt Saarbrücken bislang keine Anhaltspunkte für disziplinarrechtliche Schritte gegeben, teilte Pressesprecher Thomas Blug auf Anfrage mit.

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