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Berliner Promenade wird seit gestern saniert

Saarbrücken. Ein winziger Schritt – vom Mond aus gesehen – aber ein Riesensatz für die Landeshauptstadt: Gestern ging’s los an der Ecke Berliner Promenade und Ufergasse. Am Morgen kamen die Bauarbeiter, warfen ihre Pressluftmeißel an und verarbeiteten ihn gnadenlos zu Schutt in handlichen Stücken: den Straßenbelag des Betonbalkons, der am Saar-Center von der Berliner Promenade in die Ufergasse führt. Dann schippten die Männer den größten Teil auf die Ladefläche eines Lkws, der schräg unter dem Balkon und der Berliner Promenade stand. Einen fotogenen Rest ließen sie liegen. Kurz vor 12 Uhr war alles bereit. Bürger und Politiker versammelten sich.

Eine denkwürdige Stunde brach an. Zuerst gab’s Reden von Oberbürgermeisterin Charlotte Britz und Umweltminister Stefan Mörsdorf. Dann folgten Taten. Britz („Jetzt müssen wir den Handwerkern ins Handwerk pfuschen.“), Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer und Mörsdorf griffen zu Schaufeln und Spaten, rückten dem Haufen auf dem Beton-Balkon zu Leibe und warfen den Schutt – mit sichtlicher Freude an praktischer Arbeit – fast komplett auf die Lkw-Ladefläche. Fotografen und Fernsehen konservierten den historischen Augenblick für die Nachwelt: den „Spatenstich“ zur Sanierung der Berliner Promenade, den Mörsdorf kurz vorher quasi zum Spatenstich fürs gesamte Projekt „Stadtmitte am Fluss“ (SaF) erklärt hatte. Wie Britz mitteilte, hat Saarbrücken am Montag den Großprojektantrag für SaF – „sechs dicke Ordner“ – beim saarländischen Wirtschaftsminister Joachim Rippel abgegeben. Und der Minister habe versprochen, alles zu tun, damit der Antrag möglichst schnell an die Europäische Union (EU) weitergehen kann. Wie die EU diesen Antrag bescheidet, habe aber keinen Einfluss mehr auf die Berliner Promenade. Für deren Umbau seinen rund 25 Millionen veranschlagt – und die seien Saarbrücken bereits sicher. Britz: „12,5 Millionen Euro kommen von der EU. Je 4,2 Millionen zahlen Bund, Land und die Stadt.“

Wandel-Hoefer glaubt, dass jeder Euro, den die öffentliche Hand an der Promenade investiert, mindestens einen Euro private Investitionen nach sich zieht. Harald Schiffler, Eigentümer des Gebäudes Bahnhofstraße 45, Ecke Ufergasse, ist sicher, dass die Dezernentin damit richtig liegt und hat die Fassade seines Hauses bereits so modernisieren lassen, dass sie exakt in die künftige Architektur der Ufergasse passt. Auch Michael Genth, Vorsitzender des Saarbrücker Vereins für Handel und Gewerbe, freute sich gestern, dass es auf der Promenade endlich losging: „Wichtig ist aber, dass wir nicht nur für den Einweihungstag bauen. Was da entsteht, müssen wir auch pflegen.“ Doch der Umbau allein, so vermutet Genth, werde wohl nicht reichen, um die Promenade wieder so zu beleben, dass sie als Fortsetzung der Bahnhofstraße gelten kann. Die Gleichzeitig, so empfiehlt Genth, sollte die Promenade – wie die gesamte City – möglichst kinder- und familienfreundlich werden. Und die Stadt müsse darauf achten, dass die Gastronomie auf der Promenade mindestens ebenso attraktiv ist wie die in der Bahnhofstraße. 
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