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Berliner Promenade wird wieder zu Saarbrückens erster Adresse

Die Berliner Promenade wird durch ihre Renovierung wieder aufgewertet. Auch der ein oder andere alteingesessenen Laden zieht seit Jahrzehnten Kundschaft an.

Die Berliner Promenade wird durch ihre Renovierung wieder aufgewertet. Auch der ein oder andere alteingesessenen Laden zieht seit Jahrzehnten Kundschaft an.

Harald Link könnte triumphierend behaupten, er habe den Wiederaufstieg der seit 20, 30 Jahren vernachlässigten Berliner Promenade vorhergesehen und sei ihr deshalb treu geblieben. Das tut der Inhaber und Geschäftsführer von Juwelier Eckstein aber nicht. Er hatte, wie er erzählt, mit dem hier bereits seit 1961 ansässigen, heuer hundert Jahre alten Familienunternehmen einfach nur ausgeharrt und den Niedergang der Straße ertragen. „Wir haben uns als letzte hochwertige Einzelhändler-Bastion auf der Berliner Promenade über Wasser gehalten“, sagt der Juwelier schmunzelnd und wortspielend – und zeigt auf die Saar, die nur wenige Meter unterhalb des Geschäftes vorbei fließt.

Zwei Gründe nennt der Kaufmann für sein Beharrungsvermögen: Erstens habe er 1982 viel Geld in eine Erneuerung des Ladenlokales investiert. Da gehe man nicht so einfach weg, auch wenn danach drum herum alles „herunterkommt“. Zweitens sei das Unternehmen als exklusiver Vertragspartner dreier Nobelmarken (Rolex, Cartier und Bulgari) nicht so sehr auf Laufkunden angewiesen. Harald Link schildert den Niedergang der Promenade als schleichend: keine öffentlichen Investitionen, vernachlässigte Sauberkeit, Schließung öffentlicher Toiletten, noch weniger Sauberkeit, Schließung der Hinterausgänge der Kaufhäuser, weniger Kundenfrequenz, weiterer Bedeutungsverlust bis hin zum „Unort“.

Nun ist, dank „Stadtmitte am Fluss“, die Entwicklung umgedreht worden, Eisdielen und weitere Läden haben sich angesiedelt, die großen Häuser mit den Haupteingängen an der Bahnhofstraße (H & M, Primark, TK Maxx, S. Oliver, Ansons) verfügen über Schaufenster und Zweiteingänge an der Promenade. Juwelier Eckstein zählt, wie zum Start 1961, erneut zu den Großinvestoren unter den inhabergeführten Geschäften. Wie der Geschäftsführer berichtet, werde er im Oktober das Lokal komplett entkernen und 600?000 Euro in ein neues Ladenkonzept investieren. „Ich bin froh, dass wir hier durchgehalten haben, die Leerstände füllen sich, die Adresse Berliner Promenade wird wieder gut“, begründet er das Engagement. Es soll auch der Grundstein für die Kinder Leonhard und Eva-Maria sein, die als Unternehmensführer bereitstehen.

Von der prominenten Lage sind auch andere Geschäftsinhaber überzeugt. „Eine tolle Ecke ist das“, schwärmt etwa Hörgeräte-Akustikerin Susanne Nifer, die sich mit ihrem Geschäft schon vor sieben Jahren, in der Phase der Tristesse, niedergelassen hat. Wieso eigentlich? „Bauchgefühl. Ich war sicher, das wird was!“

„Ich hatte nie verstanden, warum die besondere Lage der Promenade am Wasser so außer Acht gelassen wurde“, wundert sich Pia Bauer, Mit-Inhaberin der Boutique Habsucht & Zeitgemäß, die bis vor einem Jahr noch am St. Johanner Markt ihren Sitz hatte. Für sie und ihre Mitinhaber Lisa Jochem und Michael Folz war es ein Glücksfall, dass an der Promenade größere Räume mit mehr Laufkunden frei wurden.

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