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Berufsfeuerwehr: Sie müssen ran – nicht nur, wenn's brennt

786-mal rückten 180 Berufsfeuerwehrleute und 730 freiwillige Feuerwehrleute 2015 zu Bränden aus. Archivfoto: Becker & Bredel

786-mal rückten 180 Berufsfeuerwehrleute und 730 freiwillige Feuerwehrleute 2015 zu Bränden aus. Archivfoto: Becker & Bredel

Ein Streit um Urlaubstage ist zum Fall für die Verwaltungsrichter geworden. Die Stadt sagt: Wenn ein Feuerwehrmann im Durchschnitt zweimal in der Woche 24-Stunden-Dienst hat, dann kann er an zwölf Tagen zu Hause bleiben. In Kombination mit seinen freien Tagen, die ihm außerdem zustehen, kommt er dann auf 30 Tage Urlaub.

 

Einige Feuerwehrleute sagen: Auf diese 30 Tage Urlaub kommen wir nur, wenn wir 14 freie Tage erhalten. Diese Feuerwehrleute zogen vors Verwaltungsgericht.

 

Und das entschied: Die Stadt hat Recht. Dass es überhaupt zu diesem Prozess kam, hat Berufsfeuerwehrchef Josef Schun zufolge mit einer saarländischen Besonderheit zu tun.

 

Die Saarbrücker Berufsfeuerwehr musste mit Hilfe des Personalamtes als einzige in Deutschland ihr Arbeitszeitmodell und die zugehörige Urlaubsregelung selbst entwickeln. Das erledigen in anderen Bundesländern, zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen, Expertenteams der Innenministerien. Das ist nicht die einzige Saarbrücker Besonderheit.

 

Die Haupteinsatzzentrale am Hessenweg koordiniert die Feuerwehreinsätze nicht nur in Saarbrücken , sondern in allen Kommunen des Regionalverbandes. Fordern die Kollegen aus dem Umland Hilfe an, dann fahren Saarbrücker Helfer auch dorthin. Zum Beispiel zum Hydac-Großbrand am 25. August 2015. Da einige Spezialfahrzeuge saarlandweit benötigt werden, aber bei der BF stationiert sind, rücken Berufsfeuerwehrleute sogar saarlandweit aus, wenn Spezialwissen gefragt ist.

 

15 Millionen Euro gibt die Stadt pro Jahr für ihre Berufsfeuerwehr aus. 180 Einsatzbeamte tun dort Dienst. Hinzu kommen ein 18-köpfiges Verwaltungsteam und ein Mitarbeiter, der sich um Zivilschutz, also um die Bunker, kümmert. Um die unverzichtbaren 730 Kollegen von der Freiwilligen Feuerwehr zu entlasten, kümmern sich Experten der Berufsfeuerwehr auch um Kauf und Reinigung der Kleidung, beschaffen alle Feuerwehrautos und halten die Atemschutzgeräte und weitere Ausrüstung in Schuss.

 

Für Schun ist klar, dass Herausforderungen wie in Saarbrücken wegen der schwierigen Nachwuchssuche auch auf die Feuerwehren in den saarländischen Mittelstädten zukommen. Das laufe auf mehr Hauptamtliche mit entsprechendem Aufwand hinaus. Bis hin zu Urlaubsregeln, die zum Feuerwehrdienst passen müssen.

 

Die zugunsten der Stadtverwaltung gefällten Saarlouiser Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Den Klägern steht eine Berufung beim Oberverwaltungsgericht zu. Ob der Streit um den Urlaub für die Feuerwehrleute in die nächste Instanz geht, entscheidet sich in dieser Woche. Das sagte gestern der städtische Personalratsvorsitzende Bernd Schumann. Die Prüfung des Urteils laufe noch. „Wir sind als Personalrat an der Seite der klagenden Kollegen.“

 

Auch Schumann wies auf Saarbrückens Sonderrolle hin – einschließlich der Notwendigkeit, die einzige Berufsfeuerwehr des Landes vorzuhalten und zu organisieren.

 

Das muss alles nach Recht und Gesetz gehen. Aber vor allem muss es Leben retten. Das tut die Saarbrücker Feuerwehr, wie der Blick auf die Brandstatistik zeigt. Allein 2015 holte die Feuerwehr 117 Menschen aus brennenden Häusern.
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