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Beschwerden gegen Deutsche Post: Wo sind all die Briefe hin?

Vor einiger Zeit wandte sich ein Leser an die Saarbrücker Zeitung und berichtete, dass bei der Post Weihnachtsbriefe verschwunden seien. Seitdem hat die  Zeitung eine große Zahl von E-Mails und Anrufen mit ähnlichen Beschwerden erreicht.

Hier einige Beispiele: Während Birgit Keller aus Wellesweiler „Glück im Unglück“ hatte und die Post nach vier Wochen doch noch bei ihr ankam, hat Christel Wannemacher aus Blieskastel schon drei Mal die Erfahrung gemacht, dass ihre Sendungen verschwanden. „Von 13 vor Weihnachten verschickten Briefen kamen fünf nicht an, zwei davon mit Geld“, berichtet eine weitere Leserin aus Blieskastel. Auch die Festtagspost von Elke Rothaar aus Neunkirchen, der sie 20 Euro beigelegt hatte, habe ihren Empfänger nie erreicht. Und eine andere Leserin berichtet sogar von zwölf verschwundenen Sendungen.

Auch von Kontoauszügen, Arztrezepten und wertvollen Papieren, die per Einschreiben geschickt wurden und nie ankamen, erzählen die Leser in ihren Briefen.

Bei einer solchen Häufung liegt die Vermutung nahe, dass es zurzeit bei der Post eine Diebstahl-Serie geben könnte. Stephan Laßotta, Sprecher des Landespolizeipräsidiums, ist diesbezüglich jedoch nichts bekannt. Allerdings würden Diebstähle beziehungsweise Unterschlagungen nicht nach dem Diebesgut statistisch ausgewertet. Er rät jedoch auf jeden Fall: „Wenn etwas gestohlen wurde, sollte man Anzeige erstatten.“

Während Post-Sprecher Hans-Jürgen Thomeczek bei der ersten Anfrage der SZ noch mitteilte, dass dem Unternehmen nichts von einem gehäuften Abhandenkommen von Sendungen in der Region bekannt sei, erklärt er nun: „Wir hatten auch Beschwerden.“ Das Qualitäts-Management beschäftige sich bereits mit dem Thema. Die Spannbreite der Ursachen sei jedoch groß und könne von schwarzen Schafen bis zu einer Fehlleitung der Briefe reichen. Der Sprecher rät den Betroffenen: „Immer einen Nachforschungsantrag stellen, damit wir der Sache nachgehen können.“ Die Kunden sollten sich an die Hotline der Deutschen Post unter Tel. (02 28) 4 33 31 11 wenden.

Bei Unregelmäßigkeiten in der Brief- und Paket-Zustellung können Verbraucher zudem die Bundesnetzagentur kontaktieren. Nach der Postdienstleistungs- Verordnung sei jeder berechtigt, Maßnahmen anzuregen, die die Qualitäts- Vorgaben der Verordnung sicherstellen, so ein Sprecher.

Insbesondere bei Verlust, Entwendung oder Beschädigung von Postsendungen können Betroffene die Schlichtungsstelle der obersten deutschen Regulierungsbehörde anrufen. Beide Parteien wirken jedoch freiwillig an diesem Verfahren mit, das darüber hinaus kostenpflichtig ist. Bis zu einem Wert des Streitgegenstandes in Höhe von 25 000 Euro beträgt die Gebühr 25 Euro. Der Verbraucher- Service ist unter Tel. (0 30) 22 48 05 00 zu erreichen.

Der „Tätigkeitsbericht Post“ der Bundesnetzagentur kommt zu dem Ergebnis, dass das Unternehmen die Brieflaufzeiten zwar insgesamt eingehalten hat. Im Berichtszeitraum von Januar 2012 bis Oktober 2013 sind jedoch 72 Anträge auf Schlichtung gestellt worden, was einem Anstieg von 148 Prozent entspricht. Außerdem gab es 233 Eingaben, die den Verlust von Sendungen betrafen.

„Aber nicht jeder Betroffene beschwert sich bei der Bundesnetzagentur“, gibt der Sprecher zu bedenken.

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