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Besonders viele Metalldiebstähle an der Saar

Von SZ-Redaktionsmitglied Thorsten Grim

Saarbrücken. Vergangenen Donnerstag stahlen Diebe von einem Außenlager der Illinger Firma Energis eine größere Anzahl Kupferkabel, Erdkabel und Bleischrott. Der Gesamtschaden belief sich auf 2500 Euro. Zwei Tage zuvor suchten Metalldiebe einen Großhändler für Kabel und Leitungen in Ensdorf heim: Die Täter wickelten zirka 2000 Meter Kabel von verschiedenen Trommeln und zerschnitten diese in handliche Stücke. Zwar wurden sie bei ihrer Untat offenbar gestört und konnten nicht alles wegschaffen, trotzdem entstand ein Schaden von 5000 Euro. Doch nicht nur Kupfer weckt bei Langfingern Begehrlichkeiten, auch Edelstahl zieht sie wie magnetisch an. Jüngstes Beispiel: Vergangenen Mittwoch wurde an der Kneipp-Wassertretanlage in Beckingen das komplette Edelstahlgeländer des Wasserbeckens, rund neun laufende Meter, abmontiert und geklaut.

„Ich kann es zwar nicht mit Zahlen belegen, doch zumindest habe ich den subjektiven Eindruck, dass die Metalldiebstähle in jüngster Zeit stark zugenommen haben“, sagt Georg Himbert, Pressesprecher der Polizeidirektion Saarbrücken. Erklären würde er sich dies mit den stark gestiegenen Preisen für Metall und Metallschrott. „Als die Preise 2009 im Keller waren, gingen auch die Diebstähle merklich zurück – es rentierte sich nicht mehr.“ Damals kostete etwa die Tonne Kupfer rund 2000 Euro, und die Diebstähle sanken saarlandweit von 432 (2008) auf 243 Fälle (2009). 2010 wurden wieder 348 Diebstähle registriert. Und jetzt, wo auf dem Weltmarkt für eine Tonne Kupfer mehr als 7000 Euro gezahlt werden muss, lohne es sich wieder richtig. Wobei Metalldiebe ihre illegal erworbene Ware selten an Börsen handeln. Sondern bevorzugter Abnehmer ist nach wie vor der Schrotthändler um die Ecke. Wobei „um die Ecke“ in diesem Fall auch in Frankreich, Luxemburg oder Belgien liegen kann.

„Die grenznahe Lage ist ein Problem“, unterstreicht Clemens Gergen von der Polizeidirektion Saarbrücken. Ein weiteres sei: „Ein Schrotthändler muss nicht nachweisen, woher er sein Material hat – lediglich steuerrechtlich. Daher können wir nur an die Händler appellieren, uns zu informieren, wenn sie den Verdacht haben, dass ihnen Diebesgut verkauft werden soll.“ Also alles auf freiwilliger Basis. „Wobei sich von Fall zu Fall gezeigt hat, dass die Schrotthändler meist kooperativ sind, wenn es darauf ankommt.“
„Größere Mengen Metallschrott nehme ich nur an, wenn der Anlieferer damit einverstanden ist, dass ich eine Kopie seines Ausweises mache“, erklärt Volker Rech. Der Schrotthändler aus Völklingen verfährt so zu seiner eigenen Sicherheit. „Wer dann nicht abladen will, soll wieder fahren, denn dann stimmt wahrscheinlich etwas nicht“, will er sich keinen Ärger aufhalsen: „Wenn das Zeug geklaut ist, kommt die Polizei und stellt alles sicher. Dann ist das Material weg und mein Geld auch.“ Damit folgt Rech zumindest teilweise den Empfehlungen des Verbandes Deutscher Metallhändler (VDM). „Es gibt keine bundeseinheitliche Vorschrift, die besagt, dass die Daten des Lieferanten erfasst werden müssen. Wir empfehlen aber, es trotzdem zu tun. Um sich selbst abzusichern“, sagt Ralf Schmitz. Neben dem Kopieren des Ausweises sei es auch sinnvoll, die Steuer-Identifikationsnummer des Anlieferers abzufragen, rät der Geschäftsführer des VDM. Auch er habe das Gefühl, Metalldiebstähle würden sich in letzter Zeit wieder häufen. Teilweise würde im ganz großen Stil abgezogen: „Im Februar verschwand in Spanien ein ganzer Lkw samt Ladung und Fahrer.“ Vermutlich sei das Material nach Afrika geschafft worden.

So weit hat es das im Saarland gestohlene Metall vermutlich nicht gebracht. Wenngleich auch hier eine gehörige Portion kriminelle Energie an den Tag gelegt wird. „Die Diebe rücken mit Transporten, teilweise sogar mit Hebevorrichtungen an, um das Material auch bewegen zu können“, berichtet Clemens Gergen. Der Polizist erzählt: „Meist sind es Einzeltäter, die herumfahren und gezielt nach einem geeigneten Objekt Ausschau halten.“ Das könne ein Elektro-Unternehmen sein, oder einfach eine Baustelle, „wo die Kabel unter Umständen komplett aus den Bauten gerissen werden“. Aber auch Gießereien oder Metall verarbeitende Unternehmen kommen durchaus in Frage.
„Vielleicht ist es mal wieder an der Zeit, eine Präventiv-Aktion zu starten“, will Georg Himbert Firmen und Unternehmen anschreiben, auf das Problem hinweisen und mittels eines Info-Blattes Sicherheitstipps geben.
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