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Beste Bedingungen beim Neunkircher Stadtfest: Besucherzahl auf 75 000 geschätzt

Stadtfest Neunkirchen.

Stadtfest Neunkirchen.

Uwe Wagner befindet sich lieber am Boden als in großen Höhen, deshalb hatte er es nicht allzu eilig gehabt, die diesjährige Attraktion des Neunkircher Stadtfestes zu testen. Am frühen Samstagabend wollte der Geschäftsführer der Neunkircher Kulturgesellschaft dann aber doch selbst sehen, was sich so viele Besucher gegen einen Spendenbeitrag ansahen: Neunkirchen von oben. Zusammen mit Marktmeister Walter Schwender ließ er sich im Korb des in der Lindenallee aufgebauten Hebekrans in die Höhe ziehen. „Der Erlös kommt der Kindernothilfe zu Gute“. Von oben bot sich ein toller Panoramablick über das Festgelände, auf dem sich die Stände vom Stummplatz aus in dem Hammergraben und zum Unteren Markt zogen.

„Im Großen und Ganzen setzen wir auf unser bewährtes Programm“, hatte Wagner zuvor, am Boden, erklärt. Der entscheidende Faktor sei das Wetter und das sei ja in diesem Jahr ausgezeichnet. „Der Wettergott hatte etwas gutzumachen“, spielte er auf das verregnete letzte Stadtfest an. Schwender berichtete, es seien 22 Vereine beteiligt, zwei weniger als im letzten Jahr.

So gab es auch in diesem Jahr wieder von allem so viel, dass man sich kaum entscheiden konnte. Langos, Crêpes oder vielleicht frische Waffeln? Manche Besucher suchten aber auch ganz gezielt: „Ich bin Fan von Saarländisch Gudd Gess“, sagte Maria Schappert, die mit Freundin Alexandra Lill unterwegs war. Und noch etwas hatte die beiden aufs Fest gelockt: „Man trifft etliche Leute, die man normal nicht trifft.“

Die Kinderunterhaltung war nach einem neuen Konzept erstmals mehr Bühnenprogramm als Betreuung. Außerdem gab es für die jungen Besucher das Riesenrad und andere Fahrgeschäfte und auch beim Verein Interkulturelles Haus, wo Rastazöpfe geflochten wurden, oder bei Helena Müller, die Namen auf Reiskörner schrieb, war immer etwas los. Auch Miriam Omlor ließ ihrer Tochter nach deren Tanzauftritt bei einem der Vereine , die das Programm mitgestalteten, eine Namens-Halskette machen. Ebenso stand Markus Schön mit dem Nachwuchs an: „Ich bin jedes Jahr hier. Ich wohne nur ein paar hundert Meter entfernt, so etwas muss man nutzen.“

Die Vereine zeigten beispielsweise auch Karate oder Teakwon-Do, und in der Stummschen Reithalle führten die Münchwieser Da Capo Kids ihr Musical „Die Rückkehr der Zeitmaschine“ auf. Vor allem aber gab es auf den drei Festbühnen viel Musik: von Elliot, Brass Machine, Grooving Affairs, Teamwork und anderen. Wagner schätzt die Besucherzahl der drei erfolgreichen Festtage auf 75 000. Doch hohe Zahlen sind nicht sein Hauptziel: „Wir wollen ein für alle schönes Fest veranstalten!“Auch Besucher aus Frankreich, Polen und Brandenburg amüsierten sich auf dem Neunkircher Stadtfest , dank des Neunkircher Städtepartnerschaftsvereins. Dieser hatte am Wochenende zum Anlass der 45. Jährung der Partnerschaft mit Mantes-La-Ville die Freunde aus der Gemeinde bei Paris eingeladen und die aus Wolsztyn bei Posen und aus Lübben im Spreewald gleich mit. Nach einem gemeinsamen Essen ging es am Freitagabend aufs Stadtfest – mit rund 60 Personen: 35 Gäste, Gastgeber aus Neunkircher Familien und natürlich Mitglieder des Partnerschaftsvereins. Vor allem die Franzosen und die Lübbener (mit den Polen ist man erst seit letztem Jahr im Austausch) träfen durch die Kontakte zwischen den Vereinen viele bekannte Gesichter, sagt Ulrike Heckmann, Beisitzerin beim Partnerschaftsverein. „Da gibt es dann ein großes Hallo, man fragt, wie es geht und was die Familie macht.“

Am Samstag waren die Gäste, die Älteste unter ihnen ist 93 Jahre, dann zusammen mit ihren Gastfamilien unterwegs, meist zur Stadterkundung oder Sehenswürdigkeiten der Region. Heckmann zieht ein positives Fazit: „Man spürt, dass es selbstverständlicher wird, in Nachbarländer zu fahren. Die Menschen werden in ihrem Umgang miteinander immer freier und offener.“  
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