L108 Sankt Ingbert Richtung Fechingen Zwischen Einmündung Sengscheid und Einmündung Flughafen Saarbrücken Gefahr durch ungesicherte Unfallstelle, Gefahr durch Personen auf der Fahrbahn (19:40)

L108

Priorität: Sehr dringend

15°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
15°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Betreuung: Nicht jeder Landkreis im Saarland hat genügend Plätze

Nur noch wenige Wochen verbleiben bis zum 1. August. Dann haben Eltern bundesweit einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für ihre ein und zwei Jahre alten Kinder – in einer Krippe oder bei einer Tagesmutter.

Die Idee des im Dezember 2008 verabschiedeten Gesetzes: Eltern sollen eine größere Wahlfreiheit haben, wie sie Familie und Beruf miteinander vereinbaren können. Bund und Länder haben im Jahr 2007 angenommen, dass es ausreicht, so viele neue Plätze zu schaffen, dass 35 Prozent der unter Dreijährigen betreut werden können.

Aber nicht jeder Landkreis im Saarland wird bis zum Stichtag diese Zielmarke erreichen. Das geht aus einer Statistik des Saar-Bildungsministeriums hervor (siehe Infografik). Dabei gibt es regionale Unterschiede. Kann der Kreis St. Wendel nach Umsetzung aller Maßnahmen im Schnitt eine Versorgungsquote von 42,45 Prozent aufweisen, sind es im Kreis Saarlouis nur 30,82 Prozent. Ob die angenommenen 35 Prozent dem tatsächlichen Bedarf entsprechen, wird inzwischen bezweifelt. Eine Bedarfsanalyse fehle bislang, räumte Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) ein. Mit der Folge, dass zum Beispiel in Freisen 40 neue Krippenplätze geschaffen wurden, gebraucht werden jedoch weniger als zehn. Anders in Saarbrücken, wo Plätze für 35 Prozent der Kleinkinder vermutlich nicht ausreichen werden.

Offen ist, wie viele Eltern, die keinen Betreuungsplatz für ihr unter dreijähriges Kind finden, vor dem zuständigen Verwaltungsgericht klagen werden. Regionalverbandsdirektor Peter Gillo (SPD) rechnet nicht mit einer „Klagewelle“: „Ich bin mir sicher, dass wir gemeinsam eine Lösung finden werden. Sei es durch Tagesmütter oder durch kurzfristige Schaffung einzelner Plätze in bestehenden Einrichtungen.

Auch der Kreis Neunkirchen rechnet nicht mit Klagen. Gebe es nachweislich keinen Betreuungsplatz, werde man der gesetzlichen Verpflichtung nachkommen und notwendige Kosten übernehmen.Gab es am 1. März 2008 im Saarland 2899 Krippenplätze, sollen es nach Abschluss aller Baumaßnahmen 6408 Plätze sein. Zurzeit werden noch 1176 Krippenplätze gebaut. Wann diese Plätze fertig gestellt sind, sei nicht klar, so das Ministerium. Mit den aktuell 721 Plätzen in der Tagespflege liegt die Versorgungsquote dann bei 33,7 Prozent. Teilweise warten Kreise und Kita-Träger zudem noch auf die Genehmigung aus dem Ministerium. Künftig werde dort gebaut werden, wo der Bedarf am größten ist, sagte Commerçon. Nach der Förderung von weiteren Plätzen, soll die Versorgung landesweit bei 36 Prozent liegen. Durch den neuen Zensus könnte die Zielmarke von 35 Prozent einfacher erreicht werden. Bislang war man davon ausgegangen, dass rund 7500 Plätze der Quote entsprechen. „Doch zum 9. Mai 2011 gab es im Saarland nur noch 20?460 unter Dreijährige. 35 Prozent würden nur noch 7161 Plätze bedeuten“, sagt Barbara Beckmann-Roh, Vorstandsmitglied des Saarländischen Städte- und Gemeindetags (SSGT).

Zwölf Milliarden Euro schätzt das Bundesfamilienministerium soll der Ausbau der Betreuung kosten, vier Milliarden davon zahlt der Bund. 23,2 Millionen Euro Bundesmittel hat das Saarland im Rahmen des Investitionsprogramms „Kinderbetreuungsfinanzierung“ von 2008 bis 2013 für Neubauten, Sanierungen und Aussstattung der Krippen erhalten. Doch diese Summe reichte nicht, die Bundesmittel waren bereits im Herbst 2011 aufgebraucht, teilt das Bildungsministerium mit. Insgesamt hat das Land in den letzten fünf Jahren rund 70 Millionen Euro für die U3-Betreuung ausgegeben. Hinzu kommen kommunale Gelder. Derzeit ermittle man noch, wie hoch diese Beiträge seien, so der SSGT.

Ab dem 1. Juli läuft ein neues Investitionsprogramm des Bundes, aus dem Saarland weitere sechs Millionen Euro erhält. Diese Summe hält der Bildungsminister für unzureichend, koste ein neu geschaffener Krippenplatz derzeit doch rund 45?000 Euro.

Am Rande

Am 1. März 2012 gab es laut Statistischem Landesamt sechs reine Krippen, 232 Kindertagesstätten mit Krippen- und Kindergartenangebot sowie 211 Kindergärten. Darüber hinaus gibt es 14 Kindertagesstätten für Schulkinder. Insgesamt 3283 Erzieherinnen sind in den 463 Einrichtungen beschäftigt, aber nur 83 Erzieher. ukl

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein