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Betriebsrat: Saar-Energie soll Teile von Steag kaufen

Von SZ-Redakteur Lothar Warscheid

Saarbrücken. Die saarländische Energiewirtschaft und die energieintensiven Unternehmen des Landes müssen sich an dem Evonik-Teilkonzern Steag beteiligen, in dem der Energiebereich untergebracht ist. Das fordert der Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Evonik Power Saar (EPS), Klaus-Dieter Woll. 51 Prozent von Evonik Steag sind bereits für 651 Millionen Euro an ein Stadtwerke- Konsortium aus dem Ruhrgebiet verkauft. Die Stadtwerke haben sich verpflichtet, in den kommenden fünf Jahren die restlichen 49 Prozent zu übernehmen.

Als Kaufpreis für diesen Anteil wurden 600 Millionen Euro vereinbart. „An diesen 49 Prozent müssen wir uns beteiligen“, macht Woll deutlich. „Sonst haben wir nicht die Möglichkeit, Einfluss in diesem neu entstehenden Energie-Konzern auszuüben.“ Das könne politisch nicht gewollt sein.

„Die Energiefrage ist für den Fortbestand unseres Landes von immenser Bedeutung“, meint der Arbeitnehmer-Vertreter. „Außerdem benötigt unsere Industrie grundlastfähigen Strom, der auch hier erzeugt werden muss.“ Woll schwebt eine Summe von 40 bis 50 Millionen Euro vor, die von saarländischen Energieunternehmen oder energieintensiven Branchen wie der Stahlindustrie aufgebracht werden müssten, um einen Anteil von rund sechs Prozent an dem neuen Konzern zu erhalten.

Die Linksfraktion im Landtag unterstützt dieses Ansinnen. Das machte gestern Fraktionschef Oskar Lafontaine vor der Landespressekonferenz deutlich. Er will in die nächste Landtagsdebatte einen entsprechenden Antrag einbringen. Der Sprecher des Stadtwerke- Konsortiums, der Vorstandschef der Stadtwerke Duisburg, Hermann Janning, hat ebenfalls nichts gegen einen neuen Partner aus dem Saarland, der sich an der Steag beteiligt. „Wir würden eine Lösung finden“, versichert er. „Ein Drittel der Aktivitäten von Evonik Steag befinden sich sowieso an der Saar“, erinnert Woll. Daher sei eine solche Beteiligung unverzichtbar.

Neben EPS gehört auch Evonik New Energies (ENE) zur Steag. ENE setzt vor allem auf die Geschäftsfelder Bioenergie, Grubengas und Geothermie. Das Unternehmen betreibt unter anderem ein Biomasse-Heizkraftwerk auf dem Gelände des ehemaligen Bergwerks Warndt und erzeugt Strom aus saarländischem Grubengas. ENE beschäftigt rund 700 Mitarbeiter, davon 300 im Saarland. Zu EPS gehören die Kraftwerke in Völklingen-Fenne, Quierschied und Bexbach.

Bei EPS sind rund 730 Mitarbeiter beschäftigt. Beide Evonik-Unternehmen besitzen und betreiben außerdem das Netz der Fernwärmeschiene Saar. Muttergesellschaft der Saar- Töchter ENE und EPS ist Evonik Steag. Der 51-prozentige Anteil der Ruhr-Stadtwerke an diesem Energiekonzern ist in der KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft gebündelt. Dort halten sieben Stadtwerke jeweils unterschiedliche Anteile: Stadtwerke Duisburg (19 Prozent), Dortmunder Stadtwerke (DSW, 18 Prozent), Dortmunder Energie- und Wasserversorgung (DEW, 18 Prozent), Stadtwerke Bochum (18 Prozent), Stadtwerke Essen (15 Prozent), Energieversorgung Oberhausen und Stadtwerke Dinslaken (je sechs Prozent).
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